Leserbriefe : Parks sind wichtige Naherholungsgebiete

„Strenges Regiment im Schloßpark – Schlösserstiftung will nun auch in Charlottenburg Radfahren und Rasenbetreten mit Bußgeldern ahnden“ von Jörn Hasselmann vom 7. Juli

Es freut mich, dass der Tagesspiegel sich mit diesem Schildbürgerstreich beschäftigt. Die Vorgänge im Charlottenburger Schloßpark beobachte und begleite ich schon länger mit wachsendem Unmut, da ich in der unmittelbaren Umgebung des Parks schon lange Jahre wohne und aus eigener Erfahrung um die Bedeutung und Wichtigkeit des Parks für die Naherholung in unserem Stadtbezirk weiß, schon als Student, als Vater von kleinen Kindern, als Freizeitsportler oder als Spaziergänger.

Um es klar zu sagen: Hier geht es nicht nur um ein „strenges Regiment“, sondern um Neofeudalismus in unangenehmster Art, da die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten sich Entscheidungskompetenzen anmaßt oder anmaßen darf, die allein Einrichtungen zustehen, wie zum Beispiel der Bezirksverordnetenversammlung bzw. dem Bezirksamt. Daher ist es für die Erhaltung des Parks als Naherholungsgebiet wichtig, dass Entscheidungen zur Nutzungsordnung bürgernah bleiben und nicht zu einem „strengen Regiment“ verkommen aus dem Geist von kleinen „Möchtegern-Fürsten". Es ist schon schlimm genug, dass Sitzbänke abgebaut und Wiesen zugepflanzt werden, um den Spaziergänger und Erholungsuchenden zum fürstlichen „Schreiten und Wandeln“ anzuhalten und er nicht auf die dumme bürgerliche Idee kommt, sich im Park niederzulassen; übrigens sind die dafür vorgesehen Bereiche im rückwärtigsten Teil des Parks zum Teil nicht nutzbar, weil die Wiesen fast ganzjährig „Feuchtwiesen“ sind!

Mir sind die Probleme über die Finanzierung der Erhaltung des Parks sehr wohl bekannt und ich sehe auch die sehr positiven Entwicklungen beim Bemühen, den Park zu pflegen und zu gestalten – auch von Seiten der Schlösserstiftung.

Die Aufgaben „gärtnerische Gestaltung und Erhaltung“ und „Nutzungskonzept und Nutzungsordnung“ sollten aber klar getrennt werden. Die Grundsatzentscheidungen zur Nutzung sollten bürgernahe, demokratisch legitimierte Institutionen behalten, die gärtnerischen Aufgaben übernimmt die Stiftung unter demokratischer Kontrolle.

Klaus Schneider,

Berlin-Charlottenburg

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