Leserbriefe : Persönliche Eitelkeiten zurückstellen

Zur Streitfrage, ob Erika Steinbach einen Sitz in der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung erhält

Der Bund der Vertriebenen will Frau Steinbach offensichtlich auf Biegen und Brechen in den Rat der Stiftung Flucht, Vertreibung Versöhnung delegieren. Ohne Rücksicht auf die Folgen. Ich liege wohl nicht falsch, wenn ich annehme, dass das auch auf Wunsch von Frau Steinbach geschieht. Wenn der BdV und seine Präsidentin wirklich Versöhnung wollen, sollte Letztere ihre persönlichen Eitelkeiten und Rechthabereien überwinden und die Tatsache, dass ihre Person ein Hindernis für deutsch/polnische Versöhnung ist akzeptieren, und ausdrücklich auf einen Sitz in der Stiftung verzichten, ohne dass ich die polnischen Vorbehalte, an denen sie nicht ganz unschuldig ist, rechtfertigen will. Nur so kann sie der Sache wirklich dienen.

Winfried Berndt, Berlin-Wannsee

Leider habe ich Anlass, Sie auf einen immer wieder von Journalisten gemachten Fehler in der Berichterstattung über Frau Steinbach und ihren eingeforderten Sitz in der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung hinzuweisen. In der Auseinandersetzung um Frau Steinbach ist in den fast täglichen Meldungen zu lesen, dass sie einen Sitz im Stiftungsrat des sogenannten Zentrums gegen Vertreibungen beansprucht. Das ist falsch und erweckt den Eindruck, dass das Zentrum gegen Vertreibungen mit der als „sichtbares Zeichen“ apostrophierten Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung identisch ist. Dann hätte Frau Steinbach erreicht, was sie schon immer wollte. Bei dem politischen Schlagabtausch in der schwarz-gelben Koalition geht es nicht um die Besetzung eines Sitzes in der Stiftung Zentrum gegen Vertreibung des Bundes der Vertriebenen, deren Vorsitzende Frau Steinbach ja selbst ist. Vielmehr geht es um die Besetzung eines von drei Sitzen durch den Bund der Vertriebenen in der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Sie ist unter dem Dach des Deutschen Historischen Museums in Berlin angesiedelt und hat mit der von Privatgeldern errichteten Vertriebenen-Stiftung absolut nichts zu tun. Nur dass im 13-köpfigen Stiftungsrat neben Vertretern des Bundestags, der Bundesregierung und der Kirchen allein drei Sitze dem Bund der Vertriebenen zugedacht sind. Einen Sitz reklamiert Frau Steinbach jetzt ultimativ für sich.

Christian Schröter, Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin

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