Leserbriefe : Perspektivloses Chaos-Management

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Betrifft: „Wohin soll das noch führen, Herr Müntefering?“ vom 1. Dezember 2002

Das Volk versteht, dass wir in einer schwierigen Situation zu unschönen Maßnahmen greifen müssen, aber es hat kein Verständnis für perspektivloses ChaosManagement. Jeder Unternehmer weiß, dass in einer schwierigen Wirtschaftslage solides Krisenmanagement gefragt ist – also der Belegschaft zu sagen, wo schmerzliche Einschnitte notwendig sind, ihr aber auch zu vermitteln, wo das Ziel dieser Maßnahmen liegt. Sparen allein genügt da nicht, sondern vielmehr muss das Management beantworten, wie die Einnahmeseite verbessert werden kann.

Egal ob Renten, Gesundheit oder Bundeswehr: Es wird gespart, aber nicht vermittelt, wohin die Reise gehen soll. Und da wundert man sich noch über zunehmende Politikverdrossenheit? Viele Wähler – auch Nicht-SPDStammwähler – hatten von Schröder und seiner Regierung erwartet, dass sie den Reformstau endlich beseitigen und eine Politik der Mitte betreiben, die eben nicht alles auf den Kopf stellt, aber eben besser macht und Deutschland nach vorne bringt. Stattdessen treiben wir in einen Gewerkschaftsstaat, der die Gesellschaft lähmt und selbst die kleinsten Reformansätze im Keim erstickt. Das Mitleid des Auslands ist uns sicher.

Reinhard W. Muth, Hamburg

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