Leserbriefe : Privatuniversität Witten/Herdecke wird nicht überwiegend vom Land finanziert

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Betrifft: „Zur Sache, Frau Ministerin“ vom 16. Dezember 2003

Die Äußerung von Frau Bundesministerin Edelgard Bulmahn, die Private Universität Witten/Herdecke würde sich zu 70 Prozent (!) aus Steuergeldern finanzieren, möchten wir nicht unwidersprochen stehen lassen. Außerdem trifft ihre im gleichen Beitrag getroffene Feststellung nicht zu, dass Studiengänge wie Medizin und Ingenieurwissenschaften zu teuer wären, dass sie private Anbieter übernehmen könnten. Wir in Witten beweisen seit fast zwei Jahrzehnten das Gegenteil.

Derzeit erhält die Universität Witten/Herdecke vom Land NordrheinWestfalen 4,2 Millionen Euro an öffentlichen Zuschüssen, Tendenz weiter sinkend. Schon jetzt stehen die Einnahmen aus Landesmitteln im Universitätsetat an vierter Stelle. Den Löwenanteil machen Einnahmen aus privaten Spenden und Stiftungsquellen (34 Prozent) und Erlöse der Zahnklinik (18 Prozent) aus.

Wir bilden auch in den so genannten teuren Fächern (wir verfügen neben Medizin auch noch über einen Studiengang Biowissenschaften sowie Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde) bei besserem Ausbildungsniveau und Betreuungsverhältnis als an staatlichen Universitäten zu einem Drittel der Kosten aus. Im Fachbereich Zahnmedizin erreichen wir durch unsere im Haus befindliche Zahnklinik einen Refinanzierungsanteil des Studiengangs von etwa 70 Prozent.

In der Tat ist die Frage berechtigt, warum eine private Universität öffentliche Mittel erhält. Die Gewährung von Landesgeldern an die Universität Witten/Herdecke ist geknüpft an besondere Voraussetzungen. Als Reformuniversität in nicht-staatlicher Trägerschaft begreift uns das Land NRW als ein Laboratorium, das neue Modelle der Studien- und Hochschulorganisation sowie -finanzierung hervorbringt – zum Nutzen auch der staatlichen Universitäten, die unsere Modelle inzwischen auch deutschlandweit übernehmen. So suchen wir uns unsere Studenten auch über ein eigenes Auswahlverfahren aus, wir haben eine flexible Professorenbesoldung, wir verfügen über ein sozialverträgliches Modell zur Erhebung von Studiengebühren und wir haben eine schlanke Universitätsverwaltung, die nur so viel kostet wie nötig.

Olaf Kaltenborn, Pressesprecher der Privaten Universität Witten/Herdecke

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