Leserbriefe : Religiosität und Toleranz

„Je religiöser, desto toleranter / Hinwendung zum Islam steht einer gelungenen

Integration nicht entgegen“

von Aiman A. Mazyek vom 10. Oktober

Meine Pfeiler sind Rechtsstaatlichkeit in Freiheit und Demokratie, Religion stellt dabei nebensächlichen/unnötigen, ideologischen Ballast dar. Der Artikel ist wieder einmal ein anmaßender Forderungskatalog von hier „guten Muslimen“ an dort die „unbelehrbaren Ungläubigen“.

Ich will mich im öffentlichen Leben Deutschlands nicht ständig mit dogmatischen, religiösen Brunnenvergiftern auseinandersetzen müssen! Religion ist zunächst reine Privatsache, die wichtigste gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist die Anerkennung und Stärkung unseres Rechtsstaates, in dem jeder nach seiner Fasson selig werden kann!

Klaus Katzur, Berlin-Zehlendorf

Das ein religiöser Mensch tolerant sein kann, wird niemand bestreiten. Aber – wie Herr Mazyek es tut – daraus den Schluss zu ziehen, dass Toleranz durch tiefe Religiosität unmittelbar bedingt ist, ist – mit Verlaub – blanker Unsinn und auch durch die Studie der Bertelsmann-Stiftung nicht zu belegen. Im Gegenteil, gerade diese Studie besagt, dass offenbar ganze 33 Prozent der gläubigen Muslime einer fremden Religion keinen wahren Kern zugestehen möchten. Das ist immerhin ein Drittel und in diesem Prozentsatz in einem säkularen, der religiösen Toleranz verpflichteten Staat Deutschland stark bedenklich. In die gleiche Kerbe schlagen die 26 Prozent Muslime, die laut Studie eine eigene islamische Partei in Deutschland befürworten. Die Trennung von Religion und Staat/Politik ist schließlich ein Grundsatz unserer Verfassung, den die islamische Religion mit ihrer unbedingten Verpflichtung gegenüber der Scharia nicht kennt.

Herr Mazyek begibt sich in die bequeme Opferrolle des Leidenden – wie er sagt – von Apologeten „gebashten“, der Forderungen an alle stellt, nur nicht an sich selbst. Wenn muslimische religiöse Institutionen tatsächlich – wie er behauptet – Integration fördern möchten, weshalb bilden dann aktuelle prominente Moschee-Kulturzentrum-Projekte nicht nur reine Gotteshäuser aus, sondern gleichzeitig ganze Einkaufszentren für „islamisch-reine“ Produkte inklusive Schwimmbad, Freizeitzentren, Restaurants, Kindergärten, Schulen etc.?

Denn dies fördert doch unter dem Deckmantel von Religionsfreiheit und Toleranz eindeutig eher die Bildung von Parallelgesellschaften als irgendeine Form von Integration. Zu dieser Praxis schweigt sich Herr Mazyek aus. Die Bringschuld den Nichtmuslimen zuzuschieben, ist einfacher.

Jenny Wieland, Berlin-Moabit

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