Leserbriefe : Rentner bekommen weniger als eingezahlt

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Betrifft: „Den Putsch sollten die Rentner abblasen“ vom 8. Juli 2003

Ich gehe per 30. September 2003 in Rente, hätte aber noch bis 1. März 2005 zu arbeiten, damit ich meine Rente ohne Kürzung beziehen könnte. Ich habe mich anders entschieden und gehe nach 43 Jahren Arbeitszeit vorzeitig in Rente. Ich werde mit 1725,85 Euro brutto, nach Einbehalt der Kranken und Pflegeversicherung mit 1591,24 Euro in Rente gehen. So weit so gut.

Ich habe mir die Mühe gemacht und die von mir und meinem Arbeitgeber paritätisch einbezahlten Rentenversicherungsbeiträge addiert. Dabei komme ich auf eine Summe von 1.194.564,54 Euro. Ich könnte von meinen Einzahlungen rund 58 Jahre zehren! Das werde ich wohl kaum erreichen! Hätte ich diese Summe im Sparstrumpf ohne Verzinsung versteckt, würde sie heute mit vier Prozent der Bank andienen, könnte ich mein Leben lang nur von den Zinsen leben, ohne das ursprüngliche Kapital anzugreifen; dabei käme eine Rente von 3981,88 Euro brutto heraus! Doch schon recht beachtlich. Nun aber die richtige Betrachtung unter dem Aspekt der Zins- und Zinseszinsrechnung: Bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 4 Prozent über die Jahre hätte ich heute 2.468.937,19 Euro verfügbar! Ohne das Kapital anzugreifen, hätte ich aus dem Zinsergebnis eine Rente von 8229,79 Euro!

Und jetzt stelle ich Ihnen die Frage, hätten Sie’s gewusst? Und würden Sie den Rentnern immer noch das Stillhalten einreden wollen und das schlechte Gewissen nähren? Dass viele immer älter werden ist zwar aus der Sicht der Rentenkasse bedauerlich und dennoch werden diese Anspruchsteller nur einen Bruchteil des Eingezahlten entnehmen! Ein Aufstand der Rentner ist dringend nötig, um auf die Misswirtschaft des Staates hinzuweisen!

Ekkehard Ries, Berlin-Heiligensee

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