Leserbriefe : Rentner Ries hat sich verrechnet

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Betrifft: Leserbrief von Ekkehard Ries „Rentner bekommen weniger als eingezahlt“ vom 13. Juli 2003

Herr Ries hat sich bei der Berechnung seiner Rendite leider geirrt, denn er hat nicht seine tatsächlich geleisteten Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung addiert, sondern seine BruttoArbeitsverdienste. Hätte er seine Beiträge addiert, käme er auf circa ein Fünftel der angegebenen Summe, die er errechnet hat. Da Herr Ries auf 43 Berufsjahre zurückblickt, begann seine Berufstätigkeit vermutlich 1960. Seinerzeit betrug der Beitragssatz 14 Prozent, heute 19,5 Prozent, wovon er 1960 sieben Prozent und heute 9,75 Prozent selbst getragen hat. Das macht eine „Preissteigerung“ von 2,75 Prozentpunkten in 43 Jahren aus.

Auch der Vergleich mit einer Kapitalanlage ist nicht konsequent durchdacht worden, weil Herr Ries nur den Versicherungsfall des Alters berücksichtigt. Im dem Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung sind aber auch alle anderen biometrischen Risiken, wie Erwerbsminderungsrente, Witwen-, Waisenrente und Rehabilitation versichert. Bei einer Absicherung aller Risiken auf privater Basis ist der Beitragsaufwand mindestens ebenso hoch, wie in der gesetzlichen Rentenversicherung. Auch die Renditeerwartungen von vier Prozent sind meines Erachtens zu hoch gegriffen. Erst am letzten Wochenende wurde beschlossen, dass der Garantiezins für Lebensversicherungen zum 1. Januar 2004 von derzeit 3,25 Prozent auf 2,75 Prozent abgesenkt werden soll.

Noch eine Information: Die Standardeckrente des Jahres 1960 betrug 146 Euro. Bei einer Laufzeit von 43 Jahren beträgt dieselbe Rente heute 1.176,00 Euro – eine, wie ich meine, sehr günstige Entwicklung.

Walter Glanz, Pressereferent der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, Berlin-Wilmersdorf

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