Leserbriefe : Richtig ist …

„Der gefühlte Bundespräsident“

von Martin Rupps vom 10. August

Leider findet sich in diesem Artikel eine Reihe von Fehlern, von denen ich einige herausgreife:

1. Der Autor schreibt, ich hätte Johannes B. Kerners Sendung „eine hohe Quote beschert“; tatsächlich war ich noch nie in dessen Sendung.

2. Auch bezüglich der Präsidentschaft Horst Köhlers irrt der Autor. Richtig ist, dass ich Horst Köhler seit vielen Jahren kenne und schätze. Jedoch habe ich nicht empfohlen, „Horst Köhler soll Bundespräsident bleiben“. Richtig ist lediglich, dass ich nichts dagegen hätte.

3. Rupps schreibt im Zusammenhang mit Willy Brandts Ehen über mich, „er neidet Brandt das scheinbar leichtere Leben“. Tatsächlich glaube ich keineswegs, Willy Brandt habe ein leichteres Leben gehabt als ich. Über die Ehen Brandts habe ich nie etwas geschrieben oder gesagt.

4. Rupps spricht von „krassen Fehlurteilen“, die mir im Laufe des politischen Lebens unterlaufen seien, ohne welche zu benennen – allerdings mit einer Ausnahme. Rupps behauptet, Schmidt hätte das Scheitern von Adenauers „Generationenvertrag“ voraussehen können, „stattdessen entließ er einmal seinen Arbeitsminister …“ Zum einen ist Adenauers Generationenvertrag aus den Jahren 1956/57 nicht gescheitert, wohl aber muss er heute der wachsenden Überalterung der Gesellschaft angepasst werden. Und mein Arbeitsminister Walter Arendt ist gegen meinen Willen zurückgetreten.

5. Rupps behauptet, ich hätte versucht, eine Amnestie für Parteispenden-Sammler durchzusetzen und habe „nach parteiinternem Widerstand zurückgerudert“. Das Gegenteil ist richtig. Ich habe damals dem Fraktionsvorsitzenden schriftlich erklärt, dass ich das im Bundestag vorbereitete Gesetz in keinem Fall unterstützen würde.

6. Rupps schreibt, ich würde Kohls historische Leistung beim Zustandebringen der Wiedervereinigung anerkennen. Das ist richtig. Falsch ist seine Behauptung, ich hätte die „frühe Währungsunion für dilettantisch“ gehalten. Richtig ist vielmehr, dass ich die Währungsunion für notwendig gehalten, jedoch das Umtauschverhältnis von DDR-Währung in Deutsche Mark als einen schweren Fehler kritisiert habe.

Helmut Schmidt, Altbundeskanzler,

Herausgeber von „Die Zeit“, Hamburg

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