Leserbriefe : Rot-Rot in Brandenburg birgt Gefahren

Zu den Koalitionsverhandlungen von SPD und Linkspartei in Brandenburg

Wieder wird deutlich, wie sehr führende Mitglieder der CDU Nachhilfeunterricht in Mathematik benötigen: die Entscheidung von Ministerpräsident Platzeck für Rot-Rot wird von Ronald Pofalla als „gegen die Interessen Brandenburgs“ bezeichnet: nun sind aber 60,2 Prozent ein deutliches Zeichen für diese Koalition im Vergleich zu 19,2 Rozent für die CDU; wie angenehm dagegen die sachliche Stellungnahme von Frau Wanka.

Schon in der Vergangenheit wurden 21,7 Prozent für den Flughafen Tempelhof und die mageren 14,1 Prozent Wahlbeteiligung beim Volksentscheid Pro Reli als Siege dargestellt. Wann lernt auch die CDU endlich rechnen und, noch viel wichtiger, anständig verlieren. Hier sollte sie sich die SPD nach der Bundestagswahl zum Vorbild nehmen.

Nikolaus Petersen,Berlin-Schöneberg

Der Wahlverlierer regiert demnächst in Brandenburg. Es ist schon an der Grenze des Nachvollziehbaren, was da gerade passiert. Matthias Platzeck hat bisher aus meiner Sicht einen hohen Glaubwürdigkeitsfaktor, der hier – völlig ohne Not, da Alternativen vorhanden sind – aufs Spiel gesetzt wird.

Platzeck galt bisher als bürgerlicher Sozialdemokrat und die Brandenburger SPD unter seiner Führung konnte trotz Schuldenabbaus starke soziale Akzente setzen. Der Wähler hat diese pragmatische Politik mit seiner sehr differenzierten Stimmabgabe zwischen Bundes- und Landtagswahlen honoriert. Das starke Landesergebnis darf nicht über die zehn Prozent Stimmenverlust der SPD in Brandenburg für die Bundestagswahl hinwegtäuschen. Wie man diese entscheidenden Stimmen bei einer Koalition mit den Linken halten oder gar steigern will, wird man der Basis hoffentlich noch erklären. Die rot-roten Erfahrungen aus Berlin stimmen da nicht optimistisch!

Die Gefahr ist groß, dass der für den Wähler nicht vorhersehbare Kurswechsel die SPD in Brandenburg auch zur 20-plus-x-Prozent-Partei führt.

Wolfgang Schmidt,

Königs Wusterhausen

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