Leserbriefe : Roulette auf Schienen

Zu „Chaos kostet S-Bahn 100 Millionen“

vom 28. Juli und S-Bahn-Berichterstattung allgemein

Als täglicher S-Bahn-Fahrer bin ich empört, wie mit meinem Leben und dem vieler anderer Fahrgäste gespielt wurde. Warum werden die Verantwortlichen jetzt nicht zur Rechenschaft gezogen? Eine S-Bahnfahrt ist doch kein Russisch Roulette“!

Bereits im vergangenene Jahr sind Millionen von der S-Bahn an die DB geflossen, Werke wurden geschlossen und Personal abgebaut. Die Entwicklung war sichtbar. Hat da ein Gewerkschaftsvertreter aufgeschrien, hat die Verkehrssenatorin sich geäußert, haben die verkehrspolitischen Sprecher der Parteien dazu Stellung genommen? Nichts – alle haben versagt. War die Verkehrssenatorin jemals auf einer Betriebsversammlung der S-Bahn?

Wilfried Postier, Berlin-Lichtenrade

„Der Senat will im Herbst den Vertrag mit der S-Bahn nachverhandeln“. Wenn man das liest, drängt sich die Frage auf, was bisher im Senats-/S-Bahn-Vertrag stand! Vielleicht: „Wir zahlen Ihnen jährlich mehr als 230 Millionen Euro, damit Sie 125 Millionen (vorgesehen für 2010) an den Mutterkonzern überweisen können“? Oder aber: „Wir überweisen jährlich über 230 Mio, egal ob Sie diese für den ordentlichen Betrieb der S-Bahn und damit auch für die Sicherheit der Fahrgäste verwenden“? Vielleicht steht aber auch im Vertrag (um mit Sänger Stefan Mross zu sprechen): „Das macht doch nichts, das merkt doch keiner!“ Ein Glück (!) daher, dass ein Rad gebrochen ist. Glücklicherweise hat diese Verschwendung von Steuergeldern nicht zu Personenschäden geführt. Allerdings wurden uns die Augen geöffnet. Otto Eigen, Berlin-Kladow

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