Leserbriefe : Schlechteste Lösung

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„Studieren - aber sicher" vom 28.Juli 2006

Als Vater eines Abiturienten, der sich bei mehreren Universitäten um einen Studienplatz zum WS 2006/2007 beworben hat, fühle ich mich zu folgender Bemerkung veranlasst: Ich denke, dass es keinem angehenden Studenten vorzuwerfen ist, wenn er sich gleichzeitig bei verschiedenen Unis bewirbt. Denn nur so wahrt er beim derzeit praktizierten Vergabeverfahren seine Chance, überhaupt zum Studium zugelassen zu werden. Denn bei Bewerbungsschluss weiß niemand, mit welcher Abiturnote eine Zulassung zum gewünschten Studienfach an einer bestimmten Uni sicher ist. Der bei den Universitäten durch die Mehrfachbewerbungen ausgelöste Aufwand ist ärgerlich, doch er ließe sich durch die zentrale Vergabe aller Studienplätze in den Massenfächern über die ZVS vermeiden, so wie es in früheren Jahren praktiziert wurde. Die Einführung kostenpflichtiger Aufnahmetests erscheint mir hingegen als schlechteste Lösung, da sie im Zweifel noch größeren bürokratischen Aufwand erfordert, als ihn die Mehrfachbewerbungen zur Zeit bedingen. Außerdem zeigen die am Ende regelmäßig unbesetzt bleibenden Studienplätze, dass es nicht in erster Linie darum gehen kann, ein knappes Gut zu verteilen, sondern vorhandene Kapazitäten intelligent mit der Zahl der Bewerber in Deckung zu bringen. Hierzu ist nur ein bundesweit zentralisiertes Vergabeverfahren im Stande.

Michael Willmes,

Berlin- Hennigsdorf

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