Leserbriefe : Schmerzgrenze

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Betrifft: „Mehr Freiheit für Schulen“ im Tagesspiegel vom 28. Februar 2003

Wir – 28 Lehrer und Lehrerinnen mit insgesamt über 720 Jahren praktischer Schulerfahrung – konstatieren mit Befremden, dass sich immer hartnäckiger die Überzeugung durchzusetzen scheint, wir Lehrer gierten danach, unter immer ungünstigeren Arbeitsbedingungen immer schwieriger werdende Aufgaben zu erfüllen! Wenn es tatsächlich stimmt, dass ein ehrenamtliches Team im Rahmen eines Modellvorhabens vorgeschlagen hat, beispielsweise die Klassenfrequenzen zu erhöhen, um die gesparten Personalmittel anderweitig einzusetzen, dann ist für uns die Schmerzgrenze erreicht. Bei Klassenfrequenzen von 33 Schülern in 7. Klassen müsste sich aus den Reihen der Betroffenen – Eltern, Schüler, Lehrer – ein kollektiver Protestschrei erheben und folgende Forderung erscheint überfällig: Alle Entscheidungsträger, die für den Schulbereich zuständig sind, müssten über eine mehrjährige Unterrichtserfahrung verfügen. Ferner müssten sie verpflichtet sein, jeweils einen Tag im Monat in einer Schule zu verbringen, Gespräche mit Lehrern und Schülern zu führen.

Lehrerinnen und Lehrer der LuiseHenriette-Oberschule, Berlin-Tempelhof

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