Leserbriefe : Schüler fordern und fördern

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„Die Schule als Jammertal“ vom 8. Dezember 2004

Ein Zusammenhang wird immer geflissentlich übersehen bzw. falsch gedeutet, nämlich der zwischen Bildung und Sozialstaat. Schüler meines Leistungskurses „Politische Weltkunde“ haben es auf den Punkt gebracht: Je dichter das soziale Netz geknüpft ist, desto geringer das Bewusstsein und die Bereitschaft, sich um Bildung zu bemühen. Erst wenn Bildung auch von bildungsfernen Schichten wieder als wichtig für das eigene Leben und das ihrer Kinder erkannt wird, wird sich auch das Klima an den Schulen verbessern und in der Folge auch die Ergebnisse bei den PISAStudien. Eltern und Schüler müssen stärker in die Pflicht genommen werden, auch durch Abbau des überfürsorglichen Wohlfahrtsstaates.

Michael Bannert, Lehrer an der Gabriele-von-Bülow-Oberschule, Berlin-Hermsdorf

„Das Gefecht von gestern“ vom 6. Dezember 2004

Die Länderhoheit im Bildungssystem gehört abgeschafft! Das ist ein Relikt aus der Nachkriegszeit, entstanden unter den Augen der alliierten Mächte. Und wer glaubt, die Bildung unserer Kinder müsse auf dem Boden des Wettbewerbs stattfinden, entlarvt sich selbst als reformresistent, denn unser Schulsystem basiert ja gerade auf dem Gedanken der Auslese und nicht dem des Förderns: Wer versagt, rutscht ab in die untere Liga – wie im Sport! Wettbewerb kann doch nicht die Leitlinie des Handelns im Bildungsbereich sein. Genau diese Haltung kennzeichnet das, was zu reformieren ist! Schaffen wir ähnliche Grundlagen und Voraussetzungen zum Lernen in allen Schulen für alle Schüler in allen Bundesländern! Dieses Ziel kann nur zentral angegangen werden.

Alexander Bungard, Berlin-Schöneberg

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