Leserbriefe : Schwarz-Rot-Gold

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„Senat: WM kein Anlass, Flagge zu zeigen“ vom 13. Juni und „Deutsche Farbenlehre“ vom 11. Juni 2006

Kindern, Jugendlichen, Fußballfans und auch Polizisten im Dienst, die sich, Autos und ihre Wohnblocks mit den deutschen Farben schmücken geht es dieser Tage um Spaß an einem internationalen Event, dass, man kann es schön finden oder nicht, in Deutschland stattfindet. Dieses Event dreht sich um des Deutschen liebsten Sport. In dem die Deutschen hin und wieder recht erfolgreich sind – und wenn nicht, dann wenigstens für Emotionen sorgen!

Es darf also die deutsche Flagge gezeigt werden. Weil wir Spaß an der WM, mit unserer Mannschaft, mit den Nachbarn und den Gästen haben wollen. Weil wir vier Wochen lang stolz unser Land präsentieren, weil wir vier Wochen die Welt zu Gast haben und weil wir die Möglichkeit haben, vier Wochen ohne schlechtes Gewissen den ewigen Moralisten und Vergangenheitsbewältigern unsere Fahne um die Ohren zu wedeln!

Meine Tochter, 6 Jahre alt, war hellauf begeistert, als sie in den vergangenen Tagen durch schwarz-rot-gold geschmückte Straßen ging und fuhr. Das weltumspannende Ereignis, der Sport Fußball, Begriffe wie Gemeinschaft, Gastfreundschaft und Nationalstolz werden auch auf diese Weise für sie sichtbar.

Boris Meister,

Berlin-Niederschönhausen

Ich finde, man sollte den Berliner Polizisten nicht nur das Schmücken ihrer Dienstfahrzeuge, sondern auch das Jubeln bei Toren der deutschen Mannschaft verbieten. Außerdem muss der Berliner Senat den Beamten dringend noch das Tragen von schwarzen Schuhen, goldenen Eheringen oder sonstigem Golschmuck sowie das Essen von Tomaten oder auch roten Paprikaschoten während der Dauer der WM untersagen. Sonst könnte der Verdacht entstehen, dass unsere Ordnungshüter bei Streitigkeiten zwischen Fans unterschiedlicher Nationalitäten nicht neutral reagieren.

Markus Methner, Berlin-Treptow

Da hat der CDU-Abgeordnete Frank Henkel seiner Partei ein Eigentor geschossen. Als so genannter Innenexperte seiner Fraktion hätte er wissen müssen, dass die Polizei in der Demokratie selbstverständlich nach außen Neutralität verkörpern muss und es sich somit strikt verbietet, Flaggen an Polizeiwagen zu heften, wie es in den ersten Tagen der WM vereinzelt vorgekommen ist. Henkels Satz „Wir alle sollten Patrioten sein, auch die Berliner Polizei“ ist nicht mehr als schlechter Wahlkampf. Wie sollen denn bitte schön Polizisten einen Streit etwa zwischen deutschen und ausländischen Fußballfreunden schlichten, wenn die Polizei mit deutschen Fanfahnen vorfährt? Neutralität des Polizisten im Dienst heißt nicht Meinungslosigkeit, sondern klare Orientierung an den polizeilichen Aufgaben. Nach Dienstschluss darf dann jeder in mit Schwarz-Rot-Gold nach Hause fahren – oder mit jeder anderen Flagge.

Dr. Peter Fleischmann,

Berlin-Wilmersdorf

Wie ich einer Äußerung von Martin Steltner, Pressesprecher der Senatsverwaltung für Inneres, entnahm, findet während der WM keine Beflaggung der öffentlichen Gebäude mit der deutschen und Berliner Flagge statt, da in der Beflaggungsverordnung geregelt sei, „dass beispielsweise zu Nationalfeiertagen oder Trauerfeiertagen hoheitlich beflaggt wird, aber nicht zu Sport- und Unterhaltungsereignissen“. Da kann ich nur sagen, Herr Steltner hat keine Ahnung, denn zusätzlich zur Beflaggung an Gedenk- und Feiertagen, ist es in Berlin Praxis, bei bedeutenden Ereignissen eine so genannte Schmuckbeflaggung der Bahnhöfe, Verkehrsmittel, Rathäuser und der Sitze der Senatsmitglieder durchzuführen. Dies geschieht regelmäßig zum Beispiel bei Staatsbesuchen und bei großen Messen, wie der ITB oder der Grünen Woche.

Warum der Senat ausgerechnet bei diesem einzigartigen Ereignis die sonst übliche „Schmuckbeflaggung“ mit der deutschen und der Berliner Flagge verhindert, ist mir schleierhaft.

Bernd Heinemann, Berlin-Wilmersdorf

Wer in der Wählergunst vorne liegen will, der muss Flagge zeigen. Der noch Regierende Bürgermeister könnte von seinem 1. Vorsitzenden ganz spontan lernen, wenn er in der Presseerklärung der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei liest: „Ministerpräsident Kurt Beck hat für die Zeit der WM die Beflaggung angeordnet. Es können die Landes-, Bundes- und Stadtflaggen oder die offizielle WM-Flagge gehisst werden. ,Wir zeigen, wie groß die Freude im Land auf dieses Weltereignis ist. Wir begrüßen mit dieser Geste die Gäste aus aller Welt, die Rheinland-Pfalz besuchen. Mit der WM ist unser Land für Touristen noch attraktiver geworden.‘“

Prof. Dr. Wilfried Hendricks,

Berlin-Heiligensee

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