Leserbriefe : So sicher wie nichts: deutsche Akw

Zu den neuerlichen Pannen im Kernkraftwerk Krümmel

Das störanfällige AKW Krümmel liegt im Ballungsraum Hamburg. Bei einem GAU und nordwestlichen Winden wäre auch das Ballungszentrum Berlin in kürzester Zeit atomar verseucht. Den Betrieb maroder Akw kann niemand wirklich verantworten. Unsere politische Klasse tut sich schwer, Banken und Energiemultis zu wirklich verantwortungsvollem, weisem Handeln für unser Gemeinwesen zu bewegen. Hoffentlich hat sie für den GAU eines Akw funktionierende Evakuierungspläne in der Schublade.

Reinhold Ehlers, Berlin-Zehlendorf

Wer nach diesen Ereignissen immer noch glaubt, die Qualität deutscher Atomkraftwerke lobend hervorheben zu müssen, wirkt überaus naiv. Allein in Krümmel ereigneten sich seit 1984 über 300 sogenannte „meldepflichtige Ereignisse“; das sind mehr als zehn pro Jahr. Zwar mag Krümmel zu den anfälligeren Meilern gehören, doch auch die übrigen 16 deutschen Atomkraftwerke dürften mit zunehmender Betriebsdauer nicht sicherer werden. Vor diesem Hintergrund erscheint der von CDU/CSU und FDP geplante „Ausstieg aus dem Ausstieg“ nahezu weltfremd. Es ist zwar zutreffend, dass die atomar erzeugte Energie auf den ersten Blick durch ihre Ersparnis an CO2-Emissionen umweltfreundlich erscheint. Doch zeigen bereits die Vorfälle im Salzstock Asse vom Sommer letzten Jahres die schmutzige Seite dieser vermeintlich sauberen Energie. Und wenn Atomliebhaber behaupten, man könne sich durch ein Festhalten an der Kernkraft von Energieimporten unabhängiger machen, so ist dies aus drei Gründen fadenscheinig. Erstens: Niemand heizt mit Atomenergie seine Wohnung oder betreibt damit sein Fahrzeug. Zweitens: Genauso wie Erdöl und Erdgas ist Uran eine endliche Ressource, die innerhalb der nächsten Dekaden zur Neige gehen dürfte. Und drittens: Uran muss ebenfalls importiert werden – übrigens auch aus Russland.

Moritz Krell und Manuel Vesely,

Berlin-Wilmersdorf

Deutsche Atomkraftwerke sind die sichersten auf der Welt. Ein Trafo kann auch mal in einem Kohlekraftwerk seinen Geist aufgeben, darüber wird jedoch nicht in den Medien berichtet. Und das ein spezieller Akw-Trafo nicht am Lager liegt, muss auch einem Laien klar sein.

Wolfgang Schwaneberg,

Berlin-Charlottenburg

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