Leserbriefe : Solidarität geht anders

„Wilder Streik verärgert Berliner“

von Klaus Kurpjuweit vom 11. April

Mein Ärger über den unangekündigten Streik am Donnerstag bei der Straßenbahn kennt keine Grenzen. Es interessiert mich nicht, ob die Straßenbahnfahrer von sich aus gestreikt haben, oder ob die Aktion von Verdi ausging; die Gewerkschaft hätte ihn verhindern können und müssen. Diese Streiks werden letztlich auf Verdi zurückfallen.

Verdi spricht für einen Berliner Bevölkerungsanteil, der sich im Promillebereich bewegen dürfte. Die Aktionen im Namen von ein paar tausend Angestellten richten sich nicht gegen den Senat oder die BVG, sondern direkt gegen die gesamte Berliner Bevölkerung. Dazu ist Verdi nicht im geringsten legitimiert.

Stefan Sikora, Berlin-Pankow

Der unangekündigte Streik der Straßenbahnfahrer zeigt eines wieder überdeutlich: Die Alt-BVGer interessieren sich nur für sich selbst und ihr eigenes Wohlergehen. Die Bürger dieser Stadt und selbst ihre Kollegen, die noch nicht so lange bei der BVG beschäftigt sind, interessieren diese Gruppe –bitte entschuldigen Sie dass ich es so drastisch ausdrücke – einen Dreck! Dass die Neueingestellten deutlich weniger verdienen als Altbeschäftigte, soll nun durch Verdi zementiert werden. Und sollte ein Teil der Mehrkosten eines neuen Tarifvertrages durch Personalabbau kompensiert werden müssen kann es den Alt-BVGern auch egal sein. Schließlich haben sie ja einen deutlich besseren Kündigungsschutz als die, die noch nicht so lange bei der BVG beschäftigt sind. Das nenne ich Solidarität!

Übrigens, die BVGer sollten sich merken: Die, die ein längerer BVG-Streik wirklich trifft, das sind die Armen in unserer Gesellschaft, Rentner, Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger.

Hartmut Jensen,

Berlin-Schöneberg

Ich habe viel Verständnis für die Forderungen der BVG-Mitarbeiter. Nach Jahren der Zurückhaltung ist es an der Zeit, dass ihre Einkommen wieder steigen, zumal die Steuereinnahmen ja zu sprudeln scheinen. Aber spontane Streiks sollten sie unterlassen, damit verärgern sie nur die Bürger. Ein Streik mit Ankündigung erlaubt es den Berlinern zumindest noch, Maßnahmen zu ergreifen, um zur Arbeit zu kommen, die Kinder zur Schule zu bringen etc.

Das sollten die Verantwortlichen beim nächsten Mal berücksichtigen. Aber vielleicht kommt es ja auch bald zu einem Tarifabschluss mit dem beide Seiten leben können. Das wäre für alle Beteiligten die beste Lösung.

Heinz Becker, Berlin-Neukölln

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