Leserbriefe : Solidarität mit allen Opfern von Gewalt

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„Schönbohm: Brandenburg ist nicht braun“, vom 25. April und „Das war ein Angriff auf unser Lebensgefühl“

vom 22. April 2006

Der Überfall auf einen Farbigen in Potsdam ist ein widerliches Verbrechen.

Allerdings halte ich die Berichterstattung dazu für übertrieben und stigmatisierend. Wir Deutschen sind in der großen Mehrheit keine Rassisten! Was ist mit der Solidarität mit anderen Opfern von Gewalt? Etwa den BVG-Busfahrern, die wie im Tagesspiegel berichtet, immer häufiger Opfer ausländischer Jugendbanden werden – die man bespuckt, beschimpft, schlägt und demütigt! Oder die Oma in Neukölln, die geschlagen und ausgeraubt wird? Ist das keinen Aufschrei wert? Ist das kein Rassismus? Würden Sie über all diese Fälle im gleichen Umfang berichten wie in dem Potsdamer Fall geschehen würde sich der Umfang des Tagesspiegels wahrscheinlich verdoppeln!

Heinz-Josef Hahn,

Berlin-Charlottenburg

Brandenburgs Innenminister Schönbohm gehört aufs politische Abstellgleis. Sein Standpunkt, dass Brandenburg kein braunes Land sei, zeigt seine Blindheit (auf dem rechten Auge?) vor der Realität und den Tatsachen und Fakten. Zudem ist es eine absolute Frechheit und Überheblichkeit dieses Politikers, rassistische und fremdenfeindliche Äußerungen nicht als solche zu verurteilen, sondern sie zu verharmlosen.

Aber er als äußerlich sichtbar Deutscher kann ja nicht nachvollziehen, wie es ausländisch aussehenden Mitbürgern, zu denen ich auch zähle, auch wenn ich die deutsche Staatsbürgerschaft besitze, sich in solchen Situationen fühlen (subtiler Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, gerade in seinem Bundesland).

Das WM-Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ gilt sicher nicht für Brandenburg, und das nicht nur zur WM-Zeit. Oder Herr Schönbohm möge mich vom Gegenteil überzeugen.

Erio Alexander Tsuchiya,

Berlin-Dahlem

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