Leserbriefe : Solidarität üben – oder auch nicht

Zum BVG-Streik in Berlin

Haben Gewerkschaftsfunktionäre noch Basiswissen? Freitagmorgen standen Kinder frierend und ohne Erziehungsberechtigte an Haltestellen, Arbeiter, deren Job am seidenen Faden hängt, Alte und Behinderte, mit einem dringenden Termin beim Arzt, weil Verdi-Gewerkschaftsfürst Bäsler der BVG überraschend seine Macht demonstrieren will. BVG-Chef Sturmowski wird heute mit angemessenem Beförderungsmittel sein Büro erreichen. Diese Streikmaßnahme zielt und trifft so den berüchtigten kleinen Mann (Frau, Kind). Ein anderer Gewerkschaftsfürst leitete jüngst den ersten nennenswerten Streik seiner Amtszeit von der Kur aus. Mein Solidaritätsfaktor als Gewerkschaftsmitglied geht gegen null.

Volker Kellner, Berlin-Schöneberg

Ich habe vollstes Verständnis für den Streik bei der BVG und habe mich ohnehin gewundert, warum man im öffentlichen Dienst Berlins so lange stillgehalten hat? Es ist endlich an der Zeit, dass die Angestellten und auch die Beamten an die allgemeine Einkommensentwicklung Anschluss finden. Nach all den Kürzungen und Streichungen in den letzten Jahren halte ich sogar eine zwölf- bis15-prozentige Lohnerhöhung für richtig! Was nützt ein sicherer Arbeitsplatz, wenn man davon nicht mehr richtig leben kann? Es muss endlich Schluss sein mit der unsinnigen Sparpolitik des Senats. Das muss auch der normale Bürger verstehen lernen und Solidarität üben, denn es geht um eine gerechte Verteilung in unserer Gesellschaft! Die Herren Wowereit und Sarrazin sollten den Bogen nicht überspannen, denn sonst droht Berlin bald ein Chaos mit Streiks bei der Müllabfuhr, der Polizei und in den Amtsstuben der Behörden!

Thomas Henschke,

Berlin-Waidmannslust

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