Leserbriefe : Sonderschiff nach Pankow

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Betrifft: „Die Panke kommt ans Tageslicht“ vom 30. März 2004

Ihre informative Recherche bedarf hinsichtlich des Zuflusses in die Spree einer Ergänzung, gab es doch auch in unserer kleinen Wandergruppe Unstimmigkeiten über die „richtige“ Pankemündung.

Tatsächlich scheint die Panke von alters her schon immer zwei Mündungsarme gehabt zu haben, wovon der eine, der ursprünglich so genannte Schönhauser Graben, also der nördliche Arm, etwa zwischen der heutigen Sandkrugbrücke und dem Unterbaum (heute Kronprinzessinenbrücke) in die Spree floss, der andere, die Stadtpanke (heute Südpanke), sich weiter durch den Bezirk Mitte seinen Weg suchte und am Schiffbauerdamm in die Spree aufgenommen wurde. Interessant ist, dass ein Wanderführer von 1979 von „der erst später angelegten Stadtpanke“ spricht, während ein Stadtführer von 1833 vom „aus der Panke abgeleiteten Schönhauser Graben“ zu berichten weiß, der dicht am Unterbaum in die Spree floss. Nun, durch den Bau des Spandauer Schifffahrtskanals ist der Weg der „Panke“ (Schönhauser Graben) ohnehin am Nordhafen zu Ende, und auch die Süd oder Stadtpanke ist heute nur noch ein dünnes Rinnsal, wenn sie überhaupt zu finden und zu sehen ist.

Einiges spricht dafür, dass der Schönhauser Graben tatsächlich ein natürlicher Wasserlauf ist; denn bereits 1704 hatte FriedrichI. den so genannten Schönhauser Graben kanalisieren lassen, um vom Schloss Schönhausen per Gondel zum Schloss Charlottenburg zu gelangen. Der frühe Tod seiner Gemahlin Sophie Charlotte ließ es dazu nicht kommen. Ziemlich schnell versandete der Kanal, schiffahrtsmäßig wurde er nie genutzt.

Uwe Thölken, Berlin-Zehlendorf

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