Leserbriefe : Sozialdemokratische Zwangsbeglückung

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„Toleranz ist mehr als nur Ertragen“ vom 24./25. März 2005

Lieber Bischof Lehmann,

ich habe nichts von dem verstanden, was Sie mir mitteilen wollten. Ist das Thema so vertrakt, dass man es in wenig verständliche und nicht in wenige verständliche Worte fassen muss? Ist Platz auf der Meinungsseite des Tagesspiegels es nicht wert, seine Wortwahl und Formulierungen am Adressaten auszurichten? Das Thema beschäftigt und so nutze ich viele Gelegenheiten, meinen zweifelnden Standpunkt an den Gedanken anderer zu messen. Dies ist mir diesmal bei allem guten Willen verwehrt geblieben.

Michael Siegers, Berlin-Neukölln

Religionslehrer sehen keine Zukunft für ihr Fach vom 23. März 2005

Woher nehmen sich die SPD und PDS in Berlin das Recht, Schülerinnen und Schülern per gesetzlicher Schulpflicht ihre Herkunftsreligion zu relativieren und so ihre „SPD-PDS Weltsicht“ von Glaube und Religion allen Schülerinnen und Schülern über ein „neutrales Wertefach“ zu indoktrinieren? Nehmen sich in Berlin oder Deutschland Christen das Recht, die Kinder von SPD- oder PDS-Mitgliedern per gesetzlicher Schulpflicht im Religionsunterricht über Glaube und Religion zu indoktrinieren?

Oder haben SPD und PDS in Berlin und in Deutschland mehr Bürgerrechte als alle anderen Bürgerinnen und Bürger? Berechtigt das zeitlich begrenzte politische Mandat SPD und PDS, die positive Religionsfreiheit an der Berliner Schule bis zur Unkenntlichkeit zu verbiegen? Meinen die SPD und PDS damit die Diskussion erledigt zu haben?

Erfordert Religionsfreiheit nicht gerade ein Wahlpflichtfach LER/Religion in Berlin?

Johannes Reiff, Berlin-Wilmersdorf

„Keine Zukunft für Religion an Schulen?“ vom 23. März 2005

Wenn eine Mehrheit in der SPD glaubt, durch Verdrängung des Religionsunterrichts eine mögliche religiös motivierte Vermittlung demokratiefeindlicher Einstellungen zu verhindern, ist sie nicht nur naiv, sondern auch ignorant gegenüber dem Wunsch der Eltern, gerade in den Schulen für ihre Kinder Religionsunterricht anzubieten. Insofern stellen die zu treffenden Beschlüsse genau das dar, von dem SPD-Landeschef Michael Müller angeblich wenig hält: eine typisch sozialdemokratische Zwangsbeglückung Berliner Eltern. Fazit: Weniger Ideologie, mehr Pragmatismus für die Einführung eines werteorientierten Faches LER in staatlicher Regie. Nicht immer muss man in Berlin glauben, die im „Rest der Republik“ bewährten Verfahren neu erfinden zu müssen. Man kann auch von den anderen Bundesländern lernen.

Götz Brunnert, Berlin-Wilmersdorf

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