Leserbriefe : Sparen im Gefängnis gefährdet Resozialisierung

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Betrifft: „Strafgefangener tötete sich“ vom 27. Juni 2002

Ich möchte auf die schlechten Zustände in Berliner Gefängnissen aufmerksam machen. Es wird nämlich auch hier gespart, und am falschen Ende, wie ich meine. Ich befinde mich gerade in der UHB Kieferngrund wegen einer räuberischen Erpressung. Wie sollen Jugendliche „resozialisiert“ werden, wenn man sie 23 Stunden in eine Zelle sperrt und eine Stunde am Tag raus lässt. Es gibt keinen Psychologen mehr und nur noch zwei Sozialarbeiter (vorher vier) auf 60 Gefangene. Wenn man Glück hat, kann man 30 Minuten in der Woche mit ihnen reden. Und am Wochenende gibt es gar keinen Aufschluss mehr – wegen Mangels an Wärtern, die außerdem vor lauter Stress aggressiv reagieren, nur wenn man mal was fragt.

Steffen K.,

z. Zt. UHB Kieferngrund, Berlin

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