Leserbriefe : SPD wurde gebremst

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Betrifft: „Eine Farce um zehn Euro“ vom 19. April 2004

Die Bundesregierung jubiliert zu Recht, wenn die ersten Krankenkassen jetzt ankündigen, den Patienten künftig die Praxisgebühr zu ersparen. Und für die Bundesgesundheitsministerin wäre dies keine Niederlage, sondern ein später Sieg. Denn zur Wahrheit gehört eben auch, dass die SPD vor etwa einem Jahr mit der Forderung nach dem Hausarztmodell in die Konsensverhandlungen mit der Union gegangen ist. Die Bundesregierung wollte die Praxisgebühr nämlich nur in den Fällen, in denen der Facharzt ohne Überweisung aufgesucht wird.

Verhindert haben dies die Gesundheitspolitiker der Union, die stattdessen die allgemeine Praxisgebühr durchgesetzt haben, die sich vor die Pharmalobby gestellt und so wichtige Neuerungen verhindert haben. Dieses Verhandlungsgebaren der Union hat einmal mehr gezeigt, dass die selbst ernannte Partei „nah am Menschen“ sich in Wahrheit weit von den Interessen der Menschen entfernt hat.

Dennis Buchner, Berlin-Weißensee

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