Leserbriefe : Staatliche Lotterien nutzen allen

„Der Wettverlierer / Der staatliche Anbieter Oddset gilt als unattraktiv und sein Monopol wird erneut juristisch angegriffen“ von Dominik Bardow vom 3. Dezember

Das staatliche Glücksspielmonopol betrifft nicht nur den Sport, sondern alle Felder gemeinnütziger Aktivitäten.

Durch den Glücksspiel-Staatsvertrag, der das Glücksspielmonopol des Staates regelt, wird sichergestellt, dass ein beträchtlicher Teil der Wettumsätze als Zweckabgaben eine nachhaltige Finanzierung gemeinnütziger Projekte absichert. Wird das Glücksspiel dem Markt überlassen, dann werden kommerzielle Wettanbieter – von Steueroasen aus – den Wettmarkt betreiben und hier würde kein Geld mehr für die Gemeinwohlförderung zur Verfügung stehen.

Das „generöse“ Angebot privater Wettanbieter, ein bis zwei Prozent der Einnahmen abzutreten, zeigt wohin die Reise gehen würde. Heute führen die staatlichen Lotterien ca. 40 Prozent des Wettumsatzes als Zweckerträge für die Förderung öffentlicher und gemeinnütziger Einrichtungen ab. Um bei dem Angebot der Privaten von zwei Prozent ähnliche Fördersummen zu erreichen, müsste der Glücksspielmarkt mittels aggressiver Werbung enorm expandieren mit allen Folgen für die Spielsuchtproblematik.

Für Berlin und unserem Verband wäre das Ende des Glücksspiel-Staatsvertrages eine Katastrophe. Die Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB) hat 2008 über 46 Millionen Euro an Steuern an das Land entrichtet und über 53 Millionen Euro der DKLB-Stiftung zugeführt. Die Stiftung fördert jährlich vielfältige Projekte in unserem Verband. Ohne diese Unterstützung könnten viele soziale Angebote nicht erhalten und neue Angebote nicht entwickelt werden. Viele Kulturinstitutionen in der Stadt können als kulturelle Leuchttürme oder als Avantgarde ohne DKLB-Förderung nicht existieren.

Ich hoffe, dass die Diskussion über den Glücksspiel-Staatsvertrag nicht nur von Experten geführt wird. Wegen der Folgen muss sie alle Berliner berühren, denn das Land kann den Wegfall dieser Mittel nicht verkraften.

Oswald Menninger, Geschäftsführer Paritätischer Wohlfahrtsverband LV Berlin e.V., Berlin

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