Leserbriefe : Staatsverschuldung wird schöngeredet

„Reform der Reformen – Das große Kuscheln“ vom 2. November

Herzlichen Dank für Ihren trefflichen Leitartikel zu dem unverantwortlichen Handeln unserer Politikerkaste mit Blick auf die Staatsverschuldung.

Dazu möchte ich anmerken, dass der äußerst kritische Umfang der deutschen Staatsverschuldung durch unsere Politiker in sehr fragwürdiger Manier schöngeredet wird, indem die stets verwendete Zielformel „keine neuen Schulden mehr“ darüber hinwegtäuscht, dass der jährliche Schuldendienst des Bundes – das heißt Zins und Tilgung – in etwa dem Volumen des gesamten Bundeshaushalts von 283 Milliarden Euro (Budgetentwurf 2008) entspricht.

Sämtliche jährlichen Ausgaben des Bundes können also nur durch neue Schuldenaufnahme gleichen Umfangs bestritten werden, da praktisch alle laufenden Steuereinnahmen für Zins und Tilgung „draufgehen“. Da bleibt hoffentlich den Damen und Herren Politikdarstellern der Schampus im Halse stecken, wenn sie das Stoppen einer weiteren Nettoneuverschuldung als Erfolg meinen feiern zu müssen.

Fred Kaeckenmeister, Stuttgart

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