Leserbriefe : Stereotypes Grinsen

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Betrifft: Thema des Tages im Tagesspiegel vom 27. August 2002

Ich glaube nicht, dass wir Wähler ein Marionettentheater sehen wollten, bei dem der Schwerpunkt auf die Mimik verlagert wird. Es wurde eine Situation erzeugt, in der der Kanzler natürlich für eigene Fehler seiner Regierung, aber leider auch für sechzehn Jahre CDU/CSU/FDP einstehen musste, ohne die Zusammenhänge aufzeigen zu dürfen.

Für den Kandidaten wurden hingegen Tür und Tor für die Ankündigung von Wohltaten geöffnet, deren Bezahlung dem Herrn dort oben oder aber den kommenden Generationen überlassen bleibt.

Wenn nun der Kandidat Stoiber - egal ob er über vier Millionen Arbeitslose spricht oder über die Problematik eines Einwanderungsgesetzes - ein stereotypes Grinsen auflegt, dann fehlt hier die Ernsthaftigkeit zur Materie oder ein Marionettenfaden hat nicht funktioniert.

Des Kanzlers Gesichtszüge entsprachen einfach nur der Ernsthaftigkeit der Themen.

Erfreulich ist, dass wenigstens der Tagesspiegel einen Teil der ausgetauschten Aussagen richtig gestellt hat - danke dafür.

Gerhard Prczygodda, Berlin-Spandau

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