Leserbriefe : Strafe für den spontan Reisenden

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Betrifft: „Der weite Weg nach Lummerland“ vom 23. Dezember 2002

Bei der Preisreform der Deutschen Bahn verschieben sich die Gewichte eindeutig zu Lasten des Kunden. Es geht scheinbar nur noch um die Auslastung der Züge und eine planerische Sicherheit für das Unternehmen. Dafür bleibt der geschäftlich reisende Einzelfahrgast, der sich statt mit eigenem Pkw mit dem Zug flexibel von Ort zu Ort bewegen will, bewusst auf der Strecke.

Bisher war es der große Vorteil der Bahn gegenüber dem Flugzeug, dass man spontan entscheiden konnte, wann und mit welchem Zug man fährt. In Zukunft wird der flexible Fahrgast für diese Spontanität bestraft.

Als Geschäftsreisender komme ich zudem nicht im Traum auf die Idee, mit anderen Fahrgästen eine Gruppe zu bilden, um mögliche Preisermäßigungen in Anspruch nehmen zu können. Auf Fahrten bis 200 Kilometer, selbst mit Bahncard, haben Experten sogar Preissteigerungen von über 66 Prozent errechnet.

Selbst wenn ich alles richtig mache und einen Monat vorher buche, muss ich damit rechnen, dass die preiswerten Kartenkontingente bereits „vergriffen“ sind. Überprüfen kann ich dies nicht. Vielleicht liegt es nur daran, dass der Mitarbeiter bei seiner Abfrage keinen Zugriff auf den zentralen Buchungscomputer erhält.

Das sind wahrlich gute Aussichten. Welcher Teufel hat die Bahnmanager einschließlich Herrn Mehdorn dabei geritten?

Prof. Dr. FritzRené Grabau,

Berlin-Reinickendorf

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