Leserbriefe : Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose

„Wind der Zukunft“ von Peter von Becker vom 18. Dezember

Neben den vielen klugen Gedanken, die der Autor in seinem Artikel thematisiert, begeht er dennoch den gleichen Fehler, den man immer wieder in letzter Zeit in diesem Zusammenhang lesen konnte: Er propagiert das Elektroauto als eines der Erlösungsinstrumente von der Klimakatastrophe und redet damit leider unreflektiert der Autoindustrie nach dem Mund, die dies ebenso gerne tut. Weshalb fragt beim Elektroauto niemand nach der Herkunft der Elektrizität, die zum Betrieb dessen notwendig ist?

Denn der Strom kommt schließlich nicht allein aus der Steckdose, sondern wird zu lediglich unmaßgeblichen Anteilen mittels regenerativer Energien hergestellt. Stattdessen zu wesentlichen Anteilen aus sogenannten Klimakillern wie dem Erdöl, aus dessen Abhängigkeit man sich durch das Elektroauto doch eigentlich befreien möchte. Und den immens gesteigerten Strombedarf, der bei Millionen von elektrobetriebenen Autos auf unseren Straßen entstünde, durch fragwürdige Atomenergie zu kompensieren, kann nicht die Lösung sein.

Wirklich klimaneutral wäre ein Elektroauto nur, wenn es etwa durch Solarzellen oder Windräder betrieben würde. Bei dem derzeitigen aufgrund mangelnden Windes vorhandenen ewigen Hochnebel würde das Auto dann – zumindest in Berlin – wochenlang unbeweglich vor der Haustür stehen.

Jenny Wieland, Berlin-Moabit

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