Leserbriefe : Stromproduktion und -netze trennen

„Mit dem Strom“ von Alfons Frese

vom 14. Juni

Im o. a. Leitartikel wird gesagt, dass „die Steuerlast auf dem Stromverbrauch um rund 90 Prozent gestiegen wäre.“ Richtig ist, dass steigende Belastungen in den Preis eingerechnet werden mussten, aber darunter befinden sich Umlagen z. B. nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und dem Kraft-Wärmekopplungsgesetz, die der Verbraucher trägt, um alternativen und effizienteren Energien den Weg zu ebnen, was angesichts des Klimawandels eine absolute Notwendigkeit darstellt.

Diese eingepreisten Belastungen erklären jedoch nicht die Gewinnexplosionen der Stromkonzerne. Wenn man die Kalkulation der Strompreise näher betrachtet, fällt auf, dass die Netznutzungsentgelte, die die Konzerne alternativen Herstellern in Rechnung stellen, unverhältnismäßig hoch sind. Hier liegen die wichtigsten Gründe für die steigenden Gewinne.

Um Abhilfe zu schaffen, müsste das auf europäischer Ebene geplante „Unbundling“, die Trennung von Produktion und Netzen, eingeführt werden, wobei die Netze in wettbewerbsorientierter Form zu betreiben wären. Vorübergehend hilft jedoch, wie der Leitartikler richtig feststellt, das „Zusammenspiel von mündigem Verbraucher und regulierender Politik“, will heißen, Kündigung möglicherweise sittenwidriger Tarifverträge und u. a. die Verschärfung des Kartellrechts.

Erika Falkenreck, Berlin-Zehlendorf

„Vattenfall entschuldigt sich“

vom 15. Juni

Vattenfall ist doch zwangsläufig mehr am Wohlergehen des eigenen Hauses und seiner Aktionäre als am Wohlergehen seiner Kunden interessiert. Die werden doch erst aufhören ihre Kühe zu melken, wenn sie die Sorge haben müssen, dass ihnen die Kuhherde stirbt und damit die Umsätze wegbrechen.

Klaus Kiesler, Berlin-Frohnau

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