Leserbriefe : Sympathie

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Betrifft: „Heimatabend Ost“ vom 18. August 2003

Vielen Dank für Ihren Artikel „Heimatabend Ost“. Sie haben mir zutiefst aus der Seele gesprochen. Ich als ExOssi bin quasi von der Couch gefallen, als mir Achim Menzel mang diverser, längst vergessener Ostprodukte entgegengrinste. Und das im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, für das ich bezahlen muss. Es ist unglaublich, was soll das? Nähme man diese Show ernst, war im Osten alles entweder lustig oder peinlich, die Ossis waren alle ein bisschen minderbemittelt, dabei aber doch so clever, sich prophylaktisch in jede Schlange einzureihen.

Ich bin 38 und habe knapp 25 Jahre in der DDR gelebt, das reicht mir für den Rest meines Lebens. Wenn ich eine seltene Sehnsucht nach früher habe, ziehe ich mir einen Polizeiruf 110 von 1978 rein und bin dann immer gleich ganz froh, dass der Sozialismus doch nicht das stärkere System war.

Julia Pflegel, Berlin-Charlottenburg

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