Leserbriefe : Systemwechsel programmiert

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Betrifft: „Die Selbstzerstörung des Systems“ vom 21. November 2003

Ich habe ja schon einige abartige Artikel über die Rentenversicherung gelesen, aber dieser übertrifft ja wirklich alles bisher Dagewesene. Der Autor behauptet, der heutige Beitragszahler leiste gar nichts für die Altersversicherung und werde später, wenn er keine Kinder hat, von den Kindern anderer versorgt.

Genau das Gegenteil ist der Fall:

Man zahlt (zwangsweise) in eine Rentenversicherung ein. Von diesem Geld bezahlt der Staat die heutigen Rentner. Später zahlt er seine Schuld an dem Einzahler durch die Auszahlung der Rente wieder zurück.

Wenn jemand Kinder hat, tut er in diesem Sinne überhaupt nichts für die Rentenversicherung, denn diese Kinder wollen ja später auch ausbezahlt werden. Im Prinzip belastet er sogar die Versicherung, da er ja auf Grund der heutigen Regelungen schon durch die Anrechnung der Kinder aus dieser Kasse subventioniert wird.

Das System ist nicht eine Umverteilungsmaschine von Familien zu Kinderlosen, sondern genau umgekehrt. Ich bitte Herrn Petropulos doch mal auszurechnen, welche Umverteilung von einem kinderlosen allein Stehenden zu einem Ehepaar mit 2 Kindern, nur er arbeitet, stattfindet. Dazu zähle ich: Kindergeld, Krankenversicherung für die Kinder, Kinderbetreuung, Witwenrente, Ehegattensplitting, Steuervorteile. Der Betrag wird weit mehr als 100 000 Euro betragen.

Herr Petropulos schlägt also vor, die Kuh noch mehr als bisher zu melken. Wenn dieses eintrifft, werden sich wohl viele Kinderlose aus der Rentenversicherung verabschieden. Warum sollte man auch in einem System verbleiben, in das man 1 DM einzahlt und 50 Pfennig herausbekommt? Bernd Niggemann, Berlin-Mitte

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