Leserbriefe : Tagesspiegel-Redakteure liefern zu spät

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Zustellung des Tagesspiegels

Wir (meine Frau und ich) aus dem entfernt gelegenen Orte Zeven, zwischen Hamburg und Bremen, wünschen allen Redaktionsmitgliedern alles Gute im neuen Jahr. Möge die Auflage alsbald auf 200 000 Exemplare ansteigen.

Nun möchten wir noch ein anderes Thema ansprechen. Als Abonnenten in der Provinz sind wir ja Kummer gewohnt. Der Tagesspiegel kommt ja immer wieder einmal mit ein- oder zweitägiger Verspätung. Vor 14 Tagen kam die Sonntagsausgabe erst am Mittwoch. Der angesprochene Postbote wies alles von sich, man beschuldige immer die Post. Wir sollten lieber beim Tagesspiegel nachfragen, ob die Zeitung denn auch rechtzeitig fertig gestellt worden sei. Redakteure seien von Haus aus etwas unzuverlässig, außerdem fingen sie erst gegen elf Uhr an zu arbeiten.

Nun haben wir uns das Impressum angesehen, wer denn wohl für die Verspätung der Sonntagsausgabe verantwortlich sein könne. Etwa die Herausgeber, jetzt gibt es ja schon drei davon. Aber der eine ist ja in Hamburg. Nun, Herausgeber sind wohl etwa siebzigjährige Herren, die kurz vor Mittag in die Redaktion kommen, sich ein oder zwei Whisky reichen lassen und dann die Konkurrenzblätter lesen. Also die werden für Verspätungen nicht verantwortlich sein.

Sind es die Chefredakteure, auch davon hat der Tagesspiegel gleich zwei? Aber Chefredakteure haben es doch gar nicht nötig, sich in das Tagesgeschäft einzumischen. Nach unserer Vorstellung haben sie zwei nebeneinander liegende weitläufige Büros, dazwischen eine Schiebetür. Genau da steht ein Schachspiel, mit dem sich die Chefredakteure die Zeit vertreiben. Erst wenn die Zeitung fertig ist, greifen sie grimmig zum Rotstift, um Komma- oder Grammatikfehler anzustreichen und sie den Redakteuren dann vorzuhalten.

Bleibt der Redaktionsdirektor Appenzeller. Aber den haben wir gar nicht in Verdacht, für verspätete Artikel verantwortlich zu sein. Herr Appenzeller schreibt immer so korrekte Kommentare, die wir genau lesen und sogar manchmal ausschneiden. Außerdem stellen wir uns einen Redaktionsdirektor als einen sehr gestrengen Herrn vor, der ständig durch die Redaktion eilt und zur Eile antreibt.

Nun, unser Verdacht richtet sich konkret, leider müssen wir es sagen, gegen Esther Kogelboom. Mussten wir nicht in ihrer letzten Kolumne von drei Glas Grog am Breitscheidtplatz lesen? In der Kolumne davor von einer Spritztour nach Holland mit ausgreifendem Kneipenbesuch? Und die vielen Barbesuche mit ihrer Freundin, die sie uns in ihren Kolumnen schildert? Kann es da nicht passieren, dass man die Kolumne vergisst? Der Redaktionsdirektor telefoniert verzweifelt hinter Frau Kogelboom her, die sich wieder einmal in einer Bar befindet. Hastig wird dann die Kolumne geschrieben, alles verzögert sich und der Zug nach Hamburg, der unsere Sonntagsausgabe mitnehmen sollte, ist längst abgefahren. So stellen wir uns die Ursache der verspäteten Zustellung vor, ganz im Sinne unseres Zustellers.

Manfred Rieken, Zeven

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