Leserbriefe : Taxifahrer, kein Job für jedermann

„Taxifahrer machen Kasse – auf Umwegen / Testkunden zahlten bis zu 20 Prozent mehr als erlaubt für die Tour“

von Ralf Schönball vom 27. November

Als Oft-Taxinutzer kann ich nur bestätigen, dass häufig versucht wird Umwege zu fahren. Mein schlimmstes Erlebnis: Vor einigen Monaten wollten wir vom Rathaus Schöneberg zu den Gropiuspassagen in Neukölln. Am Sachsendamm wollte der Fahrer auf die Westtangente Richtung Steglitz abbiegen. Wir ließen das Taxi anhalten und stiegen aus. Wüsteste Beschimpfungen folgten.

Seit Jahren ist bekannt, dass Hartz-IV-Bezieher gerade am Wochende und insbesondere nachts fahren, aber es gibt keinerlei Kontrollen, da sich niemand richtig verantwortlich fühlt. Ebenso sind nachts viele Fahrer ohne Personenbeförderungsschein unterwegs. Aber weder das Ordnungsamt, der Verband noch die Innung unternehmen etwas. Zu beschweren braucht man sich nirgends, alles bleibt ohne Konsequenzen und jeder verweist auf den anderen.

Kurze Strecken werden fast zu 90 Prozent abgelehnt, obwohl die Fahrer verpflichtet sind zu fahren, denn sie wissen, dass Ihnen nichts passieren kann.

Viele Taxen haben Museumswert. Am Sonntag saßen wir vom Flughafen Tegel kommend, dort wo die Gäste Berlins ankommen, in einem circa 25 Jahre alten Taxi, das auseinanderzufallen drohte. Der Fahrer hat ohne zu fragen lautstark Radio Moskau gehört. Erst auf meine Bitte hin wurde der Sender geändert (nicht etwa ausgeschaltet!).

Mittlerweile haben wir in Berlin New Yorker Verhältnisse.

Bernd Wegner,

Berlin-Baumschulenweg

Es gibt sicher einige schwarze Schafe unter den Berliner Taxifahrern, aber man sollte deshalb nicht gleich die ganze Zunft zu verurteilen. Die meisten Fahrer betrügen nicht. Ich jedenfalls möchte nicht mit Taxifahrern tauschen. Der Job ist nicht nur gefährlich, er ist auch anstrengend und schlecht bezahlt.

Andreas Witte, Berlin-Wilmersdorf

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