Leserbriefe : Telekom darf Kunden nicht vernachlässigen

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„Telekom-Aufsichtsrat stimmt Personalabbau zu“ vom 13. Dezember 2005

Die neuesten Nachrichten möchte ich doch noch ergänzen, da die Auswirkungen auf den Kunden meiner Meinung nach etwas zu kurz kommen. Oder anders formuliert, wie sich die Praxis für einen Festnetzkunden gestaltet, wenn ein Monopolbetrieb im Zeichen der Börsengewinnoptimierung machen kann, wie und was er will:

Am 12. August 2005 beantragten wir für unsere jetzige Wohnung in Friedrichshain einen Basisfestnetzanschluss. Er wurde uns für vier Wochen später zugesichert. Wir sind dann am 19. August in unsere neue Wohnung gezogen – und mussten auf einen simplen Festnetzanschluss bis zum 25. November warten.

Natürlich haben wir versucht, die Ursachen für die Verzögerung zu erfahren. Aus dem Sammelsurium der durch Nachforschungen von verschiedenen Stellen erhaltenen Auskünfte eine Auswahl:

– unser Auftrag ist nicht erfasst;

– unsere Kundennummer ist 101981822, etwas später:

– diese Kundennummer ist falsch;

– ein Anschluss ist technisch nicht möglich, da erst wieder klassische Kupferkabel gelegt werden müssen;

– der Bedarf wurde vom Bauherrn nicht rechtzeitig angemeldet (das ist eine Lüge);

– wir bekommen den Anschluss am 18. Oktober, die Information dazu erfolgt schriftlich in den nächsten Tagen;

– ein Anschluss kann erst frühestens im Dezember erfolgen;

– es sind Umschaltarbeiten nötig;

– bis zum Ende der Nachrüstarbeiten mit Kupferkabel nehmen wir keine Neukunden mehr in das Netz.

Wir gehen davon aus, dass im Konzern entweder ein kaum zu überbietendes Chaos herrscht oder aber Kunden mit dem Wunsch nach einem trivialen (weil zu billigen) Festnetzanschluss T-Mobile zugetrieben werden sollen oder aber ein solcher Konzern sich nur noch um Börsengewinne kümmert.

Im Zeitalter der Marsmissionen katapultiert sich die Telekom in die technische Situation der früheren DDR, allerdings jedoch mit steigendem Börsenkurs – meinen Glückwunsch!!! Und mein Mitgefühl für die 32000 Mitarbeiter, die zukünftig nicht mehr für die Telekom zu arbeiten brauchen, wodurch sicher die „Kundenbetreuung“ noch besser wird.

Dr. Reiner Zeisig,

Berlin-Friedrichshain

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