Leserbriefe : Touristenkarte Irak taugt nicht zum Angriff

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Betrifft: „Gezeichnete Welten“ vom 7. September 2003

Wenn ein Staat mit Landkarten bombardiert wird . . . . .

. . . . dann merkt der geneigte Leser schon, an der Geschichte ist etwas krumm. Aus einem bunten Gemisch von Tatsachen, Meinungen und seltsamen Vermutungen strickt Frau Kohlenberg eine abenteuerliche Geschichte. Die gewagteste Vermutung ist diejenige, dass die so genannte Koalition meine Karten als Grundlage für ihren Angriff auf den Irak benutzt haben könnte. Satellitendaten, auf denen sie basieren, stehen doch diesen Leuten zu weitaus besserer Qualität zur Verfügung. Die Vermutung ist ein Witz!

Die Touristenkarte Irak im Maßstab 1:850 000 ist zu ungenau und im Stadtplan Bagdad sind nicht einmal Koordinaten eingezeichnet. Das britische Militär hat sich nie für mich interessiert und ich habe keinen Kontakt zu diesem. Ein Krieg ist für einen Tourismusverlag sicherlich keine „große Chance“, sondern verursacht wegen verminderter Reiselust finanzielle Einbußen, welche auch durch die eine oder andere Landkarte einer Krisenregion nicht ausgeglichen werden können. Die Vermutung, die UNO habe den BagdadStadtplan nachgedruckt, ist haltlos. Die UNO ist wohl eher mein bester Kunde.

Einzig der Hinweis auf der Titelseite des Tagesspiegel deutet noch an, worüber Frau Kohlenberg hätte berichten sollen; über das Projekt eines neuen Stadtplanes von Bagdad, der für den Wiederaufbau nützlich sein könnte. Irgendwo, zwischen Zürich und Berlin, muss Frau Kohlenbergs Billigflieger in ein Luftloch geraten sein.

Arne Rohweder, Zürich, Kartograph

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