Leserbriefe : Trau keinem über Dreißig

„Doppelte Schuld - Generationenkonflikt“ - Leitartikel von Christian Tretbar

vom 6. März

Mit Schuldzuweisungen an Herrn Kohl kommen wir nicht weiter. Der Einfluss der Vergangenheit ist immer gegeben, aber nicht zu ändern. Der fromme Wunsch, der Staat möge sich um die Aufzucht der Kinder kümmern, damit wir, die Eltern und insbesondere die Nichteltern dieser Aufgabe entbunden sind, zeigt die heutige Verantwortungslosigkeit. Die Dramatik der sozio-demographischen Entwicklung - immer mehr Kinder wachsen in Familien auf, die den Erziehungsaufgaben nicht gewachsen sind - zeigt sich in den Zahlen über Schulabschlüsse und Lehrstellenabbrüche. Das wird der Staat nicht richten können oder nur mit Methoden aus Huxleys „Schöne(r) Neue Welt“. Darin mag die Schuld der Generation 30 plus-minus x liegen, und das kann sie ändern. Denn sie schulden der Gesellschaft die eigenverantwortliche Wahrnehmung der Erziehungsaufgabe der nächsten Generation.

Jens Krause, Berlin-Dahlem

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