Leserbriefe : Über Gebühr

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„Kein Bild, kein Ton“ vom 19.Juli 2006

Die künftigen Rundfunkgebühren auf Internetcomputer sind gleich ein dreifacher Skandal: Erstens sollen Millionen Selbstständige sie für ihr Bürogerät zahlen, auch wenn Krankengymnasten oder Fliesenleger keine Sekunde lang am Schreibtisch fernsehen. Zweitens sind Millionen Privathaushalte betroffen – nämlich alle, in denen gelegentlich der Computer auch zur Arbeit eingesetzt wird. Solche „berufliche Nutzung“ kostet sie ab 2007 eine Zweitgebühr, auch wenn für den privaten Fernseher schon eine bezahlt wird. Doppelt zahlen sollen zum Beispiel alle Lehrer, Vertriebskräfte und Tagesmütter, die daheim ab und zu beruflich mailen, recherchieren oder einkaufen. Damit steht drittens eine monumentale Schnüffelaktion in unseren Browsern und Mailboxen bevor: Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) wird künftig nicht nur wissen wollen, ob jemand einen Internetcomputer hat. Sondern sie wird jeden fragen, wozu er das Gerät genau benutzt.

Roland Stimpel, Berlin-Steglitz

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