Leserbriefe : Und die Polizisten müssen ihre Knochen hinhalten

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Zur Berichterstattung über

Jugendkriminalität in Berlin

Seit einigen Tagen wird nunmehr vermehrt über Jugendkriminalität berichtet. Der Tenor zahlreicher Artikel lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Schuld ist immer der Staat, weil er den ach so armen orientierungslosen Jugendlichen nicht genügend Perspektiven bietet. Ich habe es bis oben satt, ständig Erklärungen lesen zu müssen, wieso denn mal wieder ein Jugendlicher auf jemanden eingeschlagen, eingetreten, eingestochen hat. Ich kann es nicht mehr hören, dass immer wieder erforscht wird, wo denn die Gründe für dieses aggressive Verhalten liegen und welche pädagogischen Maßnahmen nun die besten sind.

Mir reicht’s! Wann traut sich eigentlich mal jemand zu sagen, dass letztendlich immer noch jeder für sich selber entscheiden kann, welchen Weg er geht? Es hängt mir zum Hals raus, wenn ich lesen muss, dass ein Jugendlicher, nachdem er zum wiederholten Mal jemanden krankenhausreif geschlagen hat, nur weil das Opfer es wagte ihn anzuschauen (ein Beispiel von vielen), als „Belohnung“ zum Beispiel an einem Segeltörn teilnehmen darf. Jaja, jetzt sagen wieder sämtliche Pädagogen, dass hier das soziale Verhalten geschult werden soll. Und nach dem Segeltörn geht’s zum Boxtraining, um die Aggressionen abzubauen und um zu lernen, dass man miteinander fair umgehen soll. Was soll der Mist?

Nach dem Boxtraining geht’s auf die Straße, um die eben erworbenen pädagogischen Maßnahmen an jemandem auszuprobieren. Die Täter werden heutzutage belohnt, die Opfer, die übrigens Segeltörn und Boxtraining finanzieren, sind selber schuld. Es bleibt nur inständig zu hoffen, dass eines Tages die Opfer an der Wahlurne zurückschlagen - weil der Staat nicht nur hinsichtlich der armen orientierungslosen Jugendlichen versagt hat, sondern weil er auch den Opfern keine Perspektive auf bessere Verhältnisse bieten kann/konnte.

Carsten Herrmann, Berlin-Wedding

In letzter Zeit hat der Tagesspiegel öfter darüber berichtet, dass von der Polizei festgenommene Mehrfachstraftäter von Haftrichtern wieder auf freien Fuß gesetzt und dadurch praktisch dazu animiert wurden, wieder straffällig zu werden. Die Aufregung der Öffentlichkeit hierüber steigt von Fall zu Fall. Richter sind unabhängig und das ist völlig richtig. Zu bedenken ist allerdings, dass Richter auch Menschen sind. Auch Richtern ist zuzubilligen, dass sie Fehler machen. Problematisch ist nur, dass sie für ihre Fehler offenbar nicht zur Rechenschaft gezogen werden können. Die unabhängige, eigenverantwortliche Tätigkeit darf doch nicht dazu führen, dass durch eigenwilliges Handeln – bewusstes Freilassen von potenziellen Straftätern – unschuldige Menschen Schaden erleiden können. Der Schutz der Menschen vor solchen Schäden ist doch wohl Aufgabe des Staates. Wer kontrolliert Richter?

Peter Lein, Berlin-Siemensstadt

Anfang der Woche lese ich im Tagesspiegel von Straftaten in Berlin. Die Täter heißen Mahmoud, Mehmet, Levent usw. Mir kommt der Gedanke, ob unsere Stadt ohne die vielen ausländischen Straftäter möglicherweise nicht viel lebenswerter wäre. Ich verbiete mir diesen Gedanken sofort, denn ich will ja nicht als Ausländerfeind und Rechtsextremist dastehen. Nun lese ich im Tagesspiegel, dass eigentlich alles noch viel schlimmer ist: 80 Prozent der jugendlichen Straftäter sind ausländischer Herkunft.

Ich gehe jede Wette ein: Denen ist das schnurzpiepe, ob sie damit Ausländerfeindlichkeit schüren oder nicht. Wie auch immer: Dieser Zustand macht sprachlos. Aber ich bin in vornehmer Gesellschaft, die Politik, so scheint mir, ist auch nicht viel weiter. Mir tun nur die Polizisten leid, die ihre Knochen hinhalten müssen, auch die Polizisten ausländischer Herkunft.

Olaf Stephan, Berlin-Altglienicke

Die Aussage des Türkischen Bundes, es handele sich um ein soziales und kein ethnisches Problem, wird nicht richtiger, je öfter sie benutzt wird. Es sind nicht Vietnamesen, Afrikaner, Lateinamerikaner, Polen oder Italiener, die die Intensivtäterlisten anführen, sondern fast ausschließlich türkisch- und arabischstämmige Jugendliche! Wenn es sich also um ein ausschließlich soziales Problem handeln würde, müssten die meisten Einwanderer straffällig werden, denn so gut wie alle kommen mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen hier an und niemandem wird eine Wohnung im Grunewald zugewiesen. Es wäre schön, wenn diese Tatsache auch die deutsche Öffentlichkeit erkennen würde und nicht alle „Ausländer“ in dieser Hinsicht in einen Topf werfen würde. Ich persönlich bin immer froh, spätabends in der U-Bahn Deutsch, Polnisch oder Spanisch zu hören, denn dann kann ich mir sicher sein, die U-Bahn auch so zu verlassen, wie ich eingestiegen bin.

Claudio Zapana Alvarez,

Berlin-Moabit

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