Leserbriefe : Unser CO2-Ausstoß ist dem Klima wurscht

„UN: Wir können die Welt noch retten

– Weltklimarat warnt vor Folgen

des Klimawandels“ von Dagmar Dehmer vom 18. November

Der Welt-Klimarat drückt vor dem Klimagipfel auf Bali in Sachen CO2-Abbau aufs Tempo und die Mehrheit der demokratisch gesinnten Bürger in der Welt begrüßt es. Aber in Deutschland wird bis heute umweltbewussten und sozial engagierten Bürgern ein perfider „Gutmensch“-Stempel aufgedrückt. Und zu viele Autofahrer sind leider noch nicht bereit, Tempo 130 auf der Autobahn nicht zu überschreiten. Das Benzin kann noch so teuer sein: Bloß kein Drei-Liter-Auto.

Es hilft alles nichts, wenn die Konsumenten der etablierten Demokratien nicht mitmachen. Aber kommt der Kapitalismus klar, wenn auch nur 20 Prozent der Wohlstandsprivilegierten mit Überzeugung und Opferbereitschaft in allen Lebensbereichen signifikante Einsparungen der Treibhausgasemissionen durch Konsumwandel und -verzicht erreichen? Für unsere Nachkommen sollten wir es darauf ankommen zu lassen.

Wolf Niese, Berlin-Lankwitz

Das ganze Gedöns ums liebe Klima ist langsam nicht mehr auszuhalten. Die Frage, wo Deutschland in diesem Spiel steht, ist schnell beantwortet. „Wir“ sind mit rund drei Prozent am menschgemachten Kohlendioxidaufkommen beteiligt. Statistisch gesehen ist das eine nicht signifikante Größe, oder im Klartext ausgedrückt: es ist dem Weltklima völlig wurscht, ob Deutschland samt seiner CO2-Produktion existiert oder nicht. Da sollte man doch meinen, dass wir hier etwas cooler und bedachter mit vertretbaren Beiträgen zur CO2-Senkung aufwarten. Aber stattdessen scheint hier geistige Windstille durch betriebsame Hektik ersetzt zu sein, die sich liest wie „Deutschland rettet das Weltklima mit Windmühlen, Energiesparlampen und jede Menge pekuniären sogenannten Umweltabgaben“. Für wie dämlich hält man uns eigentlich, dass uns dieser Bullshit verkauft werden soll?

Ist es nicht eher so, dass Politik und Wirtschaft trotz hysterischer Angst verbissen ihre Augen vor unbequemen Erkenntnissen verschließen? Dieser Planet hat keinen Platz für sechseinhalb Milliarden Menschen mit immer noch exponentiellem Wachstum, die ebenso großzügig wohnen und leben wollen wie wir. Und ein profit- und wachstumsorientiertes Wirtschaften sollte angesichts der Anforderungen, die sich aus der Klimahysterie ergeben, megaout sein. Mit dieser Ignoranz und Dekadenz hat die Menschheit gegen einen Klimawandel schon längst verloren.

Bernhard H. Behrens, Berlin-Spandau

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