Leserbriefe : Verkehrstote sind Alltag

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Betrifft: Sicherheit von Reisebussen

Knapp 7000 Menschen sterben in Deutschland Jahr für Jahr im Straßenverkehr. Das sind knapp zwanzig am Tag. Kein Verkehrsminister besucht die trauernden Angehörigen. Denn diese Toten sind Alltag. Die Reisebustoten – zwischen 2000 und 2002 in Deutschland neun bis dreizehn beziehungsweise ganze 0,1 bis 0,2 Prozent aller Verkehrstoten – sind kein Alltag, sondern etwas Außergewöhnliches.

Unter den 7000 Verkehrstoten sind täglich ein bis zwei Kinder. Über ein Fünftel sind Fußgänger oder Radfahrer. Die 7000 Menschen sterben vor allem an überhöhter Geschwindigkeit, Nichtbeachten der Vorfahrt, anderen Fahrfehlern und natürlich dem Alkoholeinfluss jeweils der motorisierten Verkehrsteilnehmer. Das alles ist seit langem bekannt, auch den politischen Entscheidungsträgern, Verbänden wie dem ADAC und der Presse. Auch Strategien, diese Menschen zu retten, sind hinlänglich bekannt: stärkere Verkehrskontrollen, damit es auch etwas kostet, wenn ich in der Tempo30-Zone 50 fahre; wirklich angemessene, das heißt hohe Gebühren für die Missachtung der Geschwindigkeitsbegrenzung und anderen gefährlichen Ordnungswidrigkeiten; mehr Tempo-30-Zonen; vernünftige, das heißt sichere Fahrradspuren; fußgängerfreundliche Städte und so weiter.

All das kostet nicht viel, spart aber Menschenleben und Gesundheitskosten beim Zusammenflicken der knapp 500 000 Verletzten pro Jahr. Aber daran sind offenbar nur wenige interessiert. Im Gegensatz zur Gurtpflicht und digitalen Fahrtschreibern in Reisebussen, was viel kostet, aber relativ (!) wenig bringt.

Uwe Büsgen, Berlin-Kreuzberg

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