Leserbriefe : Verschont uns mit einem polarisierenden Wahlkampf

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„Bis wir schwarz werden“

vom 10. Juni 2005

Noch nie in meinem Leben habe ich einen Leserbrief geschrieben. Jetzt aber muss es sein.

Der Artikel von Herrn Schulz-Ojala ist so großartig, dass ich auch im Namen vieler Freunde und Bekannte, die sich seit langem über die einseitige politische Berichterstattung des Tagesspiegel ärgern, voller Freude nur sagen kann: So kann der Tagesspiegel viele treue Leser behalten und viele neue hinzugewinnen.

Clara Burckner, Berlin-Steglitz

„In der SPD wächst die Wut auf Köhler“ vom 9. Juni 2005

Wenn es endlich so weit sein wird, dass der Bundespräsident den Bundestag auflöst und den Weg zur Neuwahl im September freigibt, dann müssen wieder alle auf ihn hören. Die beste Chance, eine Empfehlung an alle Politiker und die Medien zu geben: Verschont uns mit einem harten, polarisierenden Wahlkampf!

Was sollen denn noch TV-Duelle, Redeschlachten, Parteienkämpfe um jede einzelne Stimme? Was bewirken denn dauerflimmernde Werbespots, durch Großplakate verschandelte Straßen und von Kandidatenpost zugemüllte Briefkästen? Wir kennen doch alle Kandidaten und ihre Argumente zur Genüge. Und Etats für teure Kampagnen dürften ebenfalls nicht vorhanden sein.

Der Bundespräsident hätte jetzt die beste Gelegenheit, alle Beteiligten zu sachlichen, allgemeinverständlichen Wahl-Infos aufzurufen. Die Bürger sollen vor allem motiviert zur Wahl gehen und nicht verwirrt davon abgeschreckt werden. Die Verdrossenheit muss weg. Hoffentlich nutzt der Bundespräsident diese Chance.

Georg Wegner, Berlin-Schöneberg

„Das soziale Netz unter Schwarz-Gelb“

vom 5. Juni 2005

Die Folgen eines Regierungswechsels wären für Arbeitnehmer und auch für den Mittelstand katastrophal. Union und FDP beabsichtigen ein Umverteilungsprogramm zugunsten der Multis. Kleinen Steuererlassen stehen Gegenfinanzierungskonzepte einschließlich Mehrwertsteuererhöhungen von bis zu vier Prozent, zusätzliche Belastungen durch Systemwechsel in der gesetzlichen Krankenversicherung (höhere Beiträge und Zuzahlungen), weitere Absenkung der gesetzlichen Rente und erhebliche Einschränkungen der Arbeitnehmerrechte entgegen. Die Binnennachfrage wird weiter eingeschränkt mit negativen Konsequenzen für den Mittelstand, der mit Umsatzeinbußen und verstärktem Preisdruck und Insolvenzen rechnen muss. Auch Rentner, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger werden zu einem nicht unerheblichen Anteil ihre Beitrag zur Erhöhung der Gewinne der Multis leisten müssen. Stellt sich die Frage: Werden die zusätzlichen Gewinne für Investitionen in Deutschland verwendet?

Gotthard Juda, Berlin-Friedrichshain

„Schröder führt die SPD in die Irre“

vom 5. Juni 2005

Aber nicht doch. Schröder führt nicht die SPD in die Irre, sondern die Bundesbürger und die Opposition. Es wird nämlich gar keine Neuwahlen geben.

Die Linke hat schon die Hand zum Schwur gehoben und will richtig brav sein, und somit entfällt das Erpressungspotenzial, welches Schröder braucht, um den Bundespräsidenten zu überzeugen. Später kann er dann sagen, er hätte ja gerne Neuwahlen gehabt, aber es hat leider wegen des Bundespräsidenten nicht geklappt. Der Mann ist ein Zocker, und es geht ihm so wie fast allen Zockern. Sie verspielen den letzten Cent und jede Form von Kredit. Schröder ist nicht nur auf allen Feldern gescheitert, er hat auch unserem Land eine Hypothek auferlegt, an welcher sich noch Generationen abarbeiten müssen.

Jürgen Schmidtmann, Tinglev (Dänemark)

„Weitere Maschen“ vom 5. Juni 2005

Wenn die CDU im Falle eines Wahlsieges bei den Bundestagswahlen im Herbst tatsächlich die Pendlerpauschale für die berufstätige Bevölkerung kürzen oder gar abschaffen will, sollten Bundestagsabgeordnete auch nicht länger kostenlos (sic !) und auf Steuerzahlerkosten mit der Deutschen Bahn im Intercity Express (ICE) in der ersten Klasse quer durch ganz Deutschland reisen dürfen.

Das ist nicht mehr zeitgemäß. Wie jeder Arbeitnehmer sollten auch unsere gut bezahlten Volksvertreter im Bund und in den Ländern ihre Hin- und Rückfahrten zum Arbeitsplatz bis auf den letzten Cent aus eigener Tasche zahlen.

Albert Alten, Wernigerode

„Union bei absoluter Mehrheit“

vom 3. Juni 2005

Das Ansteigen der Popularitätskurve von Angela Merkel ist logisch. Denn die Kanzlerkandidatin der Union äußert sich nur auf Nachfrage konkret zu ihren Regierungsplänen. Die haben es aber in sich. Die Präferenz für Atomkraft stellt ein gesundheitliches Risiko für viele Menschen dar. Die Einführung von Studiengebühren wird Deutschlands letzten Tabellenplatz bei der Akademikerquote in Europa festigen.

Rasmus Ph. Helt, Hamburg

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