Leserbriefe : Vertane Chance

„Neuer Atelierhof in Kreuzberg – Frühere Kaserne soll Platz für 40 Künstler bieten“ vom 14. Dezember

Die Freude an der Reinhardswald- Grundschule in Kreuzberg über das punktuelle Kooperationsangebot der Künstler auf dem zukünftigen benachbarten Atelierhof in der Schleiermacherstraße ist sehr begrenzt!

Das Gebäudeensemble um den ehemaligen Werkhof wäre hervorragend geeignet gewesen, um in einem an kommunalen Treffpunkten sehr unterversorgten Gebiet etwas für die Jugend und die Anwohner zu tun. Dazu hatte sich eine Kiezrunde von Schule, Jugendförderung, mehreren freien Jugendprojekten, der Kirchengemeinde, der Präventionsbeauftragten der Polizei, Gastronomen, Veranstaltern, Architekten und Planern zwei Jahre intensiv Gedanken gemacht und sehr tragfähige und auch ökonomisch stabil abgesicherte Konzepte entwickelt – Kreuzberg hätte seinen „Kulturhof“ gehabt und wäre auch in der präventiven Kinder- und Jugendförderung einen Riesenschritt vorangekommen.

Die nun angebotene Kooperation mit der Schule ist der Rest eines welken Feigenblatts – und für die Künstler, deren Sorge zum Teil schon in den Vorverhandlungen abgrenzende Zäune waren und die zum Teil äußerten, Kunst und Kinder passten nicht zusammen, eine Pflichtübung. Die Jugendlichen werden sich weiter unbetreut auf U-Bahnhöfen und elenden Orten herumdrücken und weiter abrutschen, und die Künstler dürfen sich ins hoch subventionierte gemachte Bett legen. Kreuzberg hat eine riesige Chance verpasst!

Werner Munk, Schulleiter

der Reinhardswald-Grundschule,

Berlin-Kreuzberg

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben