Leserbriefe : Vertrottelte Lehrer?

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Betrifft: „Mehrarbeit für Lehrer ist nicht das zentrale Problem – Interview mit Prof. Lenzen“ vom 27. November 2002

Wieder einmal äußert sich ein Experte in Sachen Pädagogik aus dem universitären Elfenbeinturm zur Situation der Lehrer. Heraus kommt, was die im Alltag stehenden Lehrer entweder wütend macht oder nur noch resigniert mit dem Kopf schütteln lassen kann: eine Fernbeurteilung offensichtlich bar jeder Kenntnis der Probleme am Ort des Geschehens. Wieder einmal sind auch hier die Lehrer als unfähige, unprofessionelle Trottel dargestellt, die sich ihrer Verantwortung nicht stellen. Zur Vermeidung weiterer Ferndiagnosen sollten sich so genannte Schulexperten nur einmal eine Woche in die Schule begeben und den Schultag einer Lehrerin oder eines Lehrers begleiten. Unsere Gesamtschule im Märkischen Viertel bietet reichlich Möglichkeiten zur Einsicht.

Wieder einmal wird eine groß angelegte Untersuchung initiiert, anstatt für die hilflosen Lehrer, die mit dem Problem „schwierige Schüler“ nicht umgehen können, konkrete Handlungshilfen für den täglichen Unterricht zu entwickeln. Auch hier ist es wie in der großen Politik: Situationsanalysen gibt es zuhauf, brauchbare Lösungsvorschläge hingegen kaum.

Adelheid Mallach

(1. O/OG BerlinReinickendorf)

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