Leserbriefe : Viele würden streiken, bis es wehtut

„Zählen lernen wäre gut“

von Werner van Bebber vom 10. April

Pflichtvergessen? Im Streikrausch? Wir extrem duldsamen öffentlich Bediensteten erkennen uns ja selbst nicht wieder in diesem Kommentar. Wie konnte es nur so weit kommen mit uns? Liegt es vielleicht daran, das wir immer mehr arbeiten für immer weniger Geld und uns obendrein noch dumme Sprüche unseres Dienstherrn gefallen lassen müssen? Dankbar sein für sichere Arbeitsplätze und gefälligst die Schnauze halten?

Dann zählen wir doch mal: Zehntausende Stellen abgebaut, keine Einkommensanpassungen seit 2003, noch nicht mal einen Teuerungsausgleich (also massive Reallohnverluste) und zusätzlich der „Solidarpakt“ (Anwendungstarifvertrag), der uns seit 2003 acht bis zwölf Prozent unseres Einkommens kostet. Faire Abschlüsse in der ganzen Republik aber wir Berliner sollen warten? Obwohl der Anwendungstarifvertrag Nachverhandlungen bei entsprechenden Abschlüssen in anderen Bundesländern (wie ja gerade geschehen) ausdrücklich vorsieht? Die acht bis zwölf Prozent Kürzung bis 2010 stehen dabei gar nicht zur Debatte, es geht um läppische 2,9 Prozent auf das Grundgehalt. Ich kann ihnen versichern: sehr, sehr viele Kollegen an der „sozialen Front“,besonderes die unteren und mittleren Einkommensgruppen, haben die Faxen dicke und würden so lange streiken bis es wehtut.

Martin Kesting, Berlin-Neukölln

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