Leserbriefe : Von der Rentenerhöhung hat keiner was

„Was sicher ist / Die Regierung will die Renten erhöhen. Das klingt gut. Aber die Inflation frisst die geplante Steigerung komplett auf - wieder einmal“ von Rainer Woratschka vom 7. April

Es wäre sicherlich besser gewesen, die Renten nicht zu erhöhen, als durch die zynische Erhöhung um sage und schreibe 1,1 Prozent dieses heuchlerische Geschwätz von einer „Teilhabe der Rentner an der Konjunkturverbesserung“ loszutreten. Aber so können offensichtlich nur Leute reden, die gewohnt sind, sich in ihrem „Selbstbedienungsladen“ ordentlich zu bedienen, und das in Größenordnungen von knapp zehn Prozent.

Manfred Rinker,

Eningen unter Achalm

„Der heutigen Rentnergeneration geht es so gut wie keiner vor ihr …“ Ja. Vielen von uns geht es heute gut. Aber wir vermissen in diesem Zusammenhang auch einmal die Feststellung: Keiner jungen Generation ging es in Deutschland besser als der heutigen … Das sollte von den den Jüngeren doch einmal gesagt und geschrieben werden. Nur zur Erinnerung einige wenige Beispiele: Aufgewachsen in Frieden und in einer parlamentarischen Demokratie (wir in einer Diktatur und dem folgenden Krieg). Keine Hungerjahre und keine harte Aufbauarbeit aus dem Nichts nach dem Ende des Krieges. Gelebt bereits in besseren, guten Wohnverhältnissen mit Kühlschrank, Waschmaschine und vielen anderen Annehmlichkeiten (ab wann damals für uns?). 40-Stunden-Woche mit bis zu sechs Wochen Urlaub (wir haben lange 48 Stunden gearbeitet mit nur zwei Wochen Urlaub).

Genügt das nicht im Vergleich alte/junge Generation? Aber wir wollen das überhaupt nicht vergleichen, wir freuen uns im Gegenteil, wenn es den Kindern, den Enkeln gutgeht. Kein Verständnis haben wir für das Herummäkeln an der äppischen Rentenerhöhung. Bei genauer Rechnung liegt die Nettorente im Übrigen durch die Beitragserhöhungen der Krankenversicherungen und die volle Übernahme der Beiträge zur Pflegeversicherung auf dem Stand des Jahres 2001.

Werner Schwieger, Berlin-Buckow

Ich bin empört und es macht mich wütend, das Gejammer und die schon unanständigen Kommentare über die beschlossene Rentenerhöhung. Ist denn der Generationenvertrag nicht mehr gültig? Diese sogenannte Rentenerhöhung würde in meinem Fall gerade mal sechs Euro betragen, welche jedoch von der Inflationsrate aufgehoben wird. Ich jedenfalls habe nichts davon! Im Gegenteil, haben die Politiker überhaupt noch eine Ahnung, wie es wirklich in unserer Gesellschaft aussieht?

Zunehmende Kindsmorde, millionenfache Kinderarmut, permanenter Rückgang der Geburtenrate, immer mehr Suppenküchen und Einkaufsläden für Mittellose, am Existenzminimum vegetierende Hatz-IV-Empfänger,Ein-Euro-Jobs, steigende Sympathiewerte für Parteien im linken und rechten Spektrum und, und, und …

Der jungen Politikergeneration muss deutlich entgegnet werden: Es ist schon beschämend, die sogenannte Rentenerhöhung als „Wahlgeschenk an die Rentner“ zu titulieren und eine Mißachtung der älteren Menschen, wenn im gleichem Atemzug Politiker dieses Landes als Aufsichtsräte von Banken Milliardenbeträge einfach so in den Sand setzen. Hier ist Aufmerksamkeit angebracht.

Udo Mürdter, Berlin-Wittenau

Meines Erachtens hätte man sich die lächerliche Erhöhung sparen können. Unterm Strich kommt eh nix heraus aber man hätte sich die leidige Diskussion über die „reichen“ Rentner sparen können. Da die Lebenserwartung immer mehr steigt, wird in absehbarer Zeit das Rentensystem mit hoher Wahrscheinlichkeit seinen Geist aufgeben.

Die Ausspielung, Jüngerer gegen die Alten ist unredlich . Zurzeit geht es fast jeden finanziell nicht allzugut, sehr milde ausgedrückt. Von der Rente bleibt den meisten sowieso kaum was übrig, Miete, Nebenkosten und Teuerungen lassen den meisten Rentnern kaum ein Existenzminimum.

Thomas Hansen,

Berlin-Märkisches Viertel

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