Leserbriefe : Von Stoiber kann selbst ein Chamäleon lernen

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Betrifft: „Auch Union will Panzer zurückholen“ im Tagesspiegel vom 31. August 2002

Eines muss man Stoiber lassen: Von seiner Wandlungsfähigkeit, was seine Aussagen betrifft, könnte selbst ein Chamäleon lernen! Angefangen mit seiner Klage gegen den Länderfinanzausgleich, wo er deutlich machte, dass sein Bundesland nicht länger gewillt war, die ärmeren Bundesländer - sprich die Ostländer - finanziell zu unterstützen, änderte er mit der Flutkatastrophe seine Meinung und versuchte sich bei den Flutopfern als Retter des Ostens darzustellen.

Ob das Hartz-Konzept, welches sein Minister Späth erst lobte, später, nach einem Gespräch mit Stoiber, dann doch in der Luft zerriss. Oder der peinliche Versuch zu übertünchen, dass es bei der Union niemanden gibt, der für das Thema Umwelt zuständig ist und das daher von Stoiber eben schnell mal zur Chefsache gemacht wurde.

Oder nun das heikle Thema Irak. War es für Stoiber bis vor kurzem noch ein Skandal, dass Bundeskanzler Schröder es wagte, vor einem Irak-Krieg zu warnen und eine deutsche Beteiligung zu Recht ablehnte, so rudert er auch diesmal wieder zurück, was nicht sonderlich überrascht, denn die Umfragen bei der Bevölkerung zeigen deutlich, dass diese an einer Kriegsbeteiligung gegen den Irak nicht interessiert sind.

Stoiber wechselt seine Meinungen schneller als die Bäume im Herbst ihr Laub. War er gestern noch dagegen, so ist er heute dafür, und wenn es sein muss eben nur ein bisschen. Den Wählern sollte dieses Verhalten und diese Doppelzüngigkeit, die nicht ungefährlich ist, jedenfalls zu denken geben.

Helga Bretschneider, Berlin-Zehlendorf

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