Leserbriefe : Wahre Werte kommen aus der Provinz

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Der Tag an dem … der Rand regiert“

vom 12. April 2006

Seit vielen Jahren wissen die Soziologen und Psychologen, dass die große Mehrheit des Leitungspersonals in Politik und Gesellschaft sich nicht aus den Metropolen, sondern aus der Provinz rekrutiert. Es gibt dafür gute Gründe: Übersichtlichkeit – wie Sie es nennen –, Normensicherheit, funktionierende soziale Bezüge in familiären, kirchlichen oder ähnlichen Strukturen. Das benötigen Kinder und Jugendliche, um erwachsen zu werden. Die Beliebigkeit, die Pluralität großstädtischer Wertesysteme überfordert die Sozialisation von Kindern. Auch Führungspersonal, das in Metropolen groß wurde, erlebte zumindest in den ersten Lebensjahren feste Bindungen an Personen und Werte. Sicher wird es nicht möglich sein, es ist (auch von mir!) gar unerwünscht, die kulturelle Dynamik der Großstädte zu provinzialisieren. Aber es bleibt die Erkenntnis, dass Kinder, um stark auch im „Großstadt-Dschungel“ zu werden, in jungen Jahren einer größeren Sicherheit zur Persönlichkeitsentwicklung bedürfen. Dann sind sie als Erwachsene eher in der Lage, Ambiguität zu tolerieren, sich sogar in den eigenen Werten in Frage zu stellen. Sie haben ein Fundament. Auch die pädagogischen Probleme mancher Großstadtschulen würden geringer sein, wenn die Schulpolitik nicht Pluralität in jeder Schule einforderte, sondern Einzelschulen ermöglicht, an denen Eltern und Lehrer den gleichen Wertvorstellungen verpflichtet sind. Das schlösse gar staatliche Schulen mit muslimischem Bekenntnisschwerpunkt mit ein, in denen konsequent Deutsch gesprochen wird und eine Bindung an unser Wertesystem erfolgt. Gerd H. Köpke, Hasbergen

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