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Leserbriefe : Warum sollen die Lokführer klein beigeben?

Zur Berichterstattung über den Tarifkonflikt

mit den Lokführern

Ich finde, wir sollten zunächst noch einmal etwas genauer hinschauen, was da eigentlich passiert bei den Lokführern.

Zunächst: Über viele Jahre hinweg haben BDI und BDA, Wirtschaftswissenschaftler, Journalisten, PR-Profis und auch Politiker propagiert: „Weg mit dem Tarifkartell, weg mit den flächendeckenden, den Einheitstarifverträgen – her mit den betrieblichen, den individuellen Lösungen!“

Was die Lokführer jetzt praktizieren ist genau dies, und nichts anderes. Wer aber die Individualisierung und Flexibilisierung des Tarifrechts will, der darf sich doch über die auch negativen und unangenehmen Folgen nicht beklagen: Hans- Olaf Henkel und Co. haben das doch genau so gewollt – oder etwa nicht? Die Lokführer handeln dabei übrigens strikt marktwirtschaftlich: sie nutzen ihre besondere Stellung bei der Bahn, also ihre Marktmacht aus, um ihre Forderungen durchzusetzen. Die Zimmermädchen in Hotels haben diese Macht nicht und müssen sich deshalb mit zwei Euro Stundenlohn begnügen – Streik undenkbar. Warum „gehört es sich nicht, die … Entlohnung nun auf einen Schlag verbessern zu wollen“? Warum sollen Markt und Marktmacht nur bei Managerentlohnungen entscheiden?

Politik und Medien mahnen jetzt die GDL, die „Interessen der Millionen Bürger“ nicht aus den Augen zu verlieren. Wohl ist dieser Hinweis nicht falsch – erstaunlicherweise aber gibt es für die Forderungen der Lokführer bei den Bürgern selbst (jedenfalls, wenn man Umfragen glauben darf) erstaunlich viel Sympathie, ja sogar Zustimmung. Das ist nichts anderes als – Solidarität! Ähnlich war es übrigens, als die Telekom-Beschäftigten streikten.

Kein Grund für Politik und veröffentlichte Meinung, darüber einmal mit etwas mehr Ruhe nachzudenken?

Peter Kubisch, Strausberg

Sehr geehrter Herr Kubisch,

Sie haben ja Recht: Wer wie manche Arbeitgeber, Ökonomen und Wirtschaftsführer immer wieder Flächentarifverträge verteufelt, darf sich jetzt nicht darüber beklagen, wenn die Lokführergewerkschaft GDL aus solchen Verträgen aussteigen will. Das ist aber nicht unser Weg. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und seine Einzelgewerkschaften standen und stehen zum Flächentarifvertrag - und genauso zum einheitlichen Haustarifvertrag bei der Bahn und bei vielen anderen Unternehmen.

Unsere Erfahrungen sind eindeutig. In der Nachkriegszeit haben die Gewerkschaften für ihre Mitglieder vor allem auch durch das Prinzip von Flächen- und Haustarifen viel erreicht. Es gibt keinen Grund, heute davon abzuweichen, zumal die Tarifverträge selber längst den betrieblichen Flexibilisierungserfordernissen entsprechen. Nur solche Flächen- oder Haustarife gewährleisten zudem, dass die Gewerkschaften mit den Arbeitgebern um die besten Lösungen für alle Beschäftigten ringen und nicht gegeneinander kämpfen. Das Ausscheren der GDL aus der bisherigen Tarifgemeinschaft mit den anderen Bahngewerkschaften zeigt ja aktuell, dass dies zu unerfreulichen Auseinandersetzungen führt, die gesamtgewerkschaftlich bedenklich sind.

Um es ganz klar zu sagen: Der DGB bestreitet der GDL nicht das Recht auf Urabstimmung und Streik. Wir bewerten auch nicht die Forderung, die alleinige Sache jeder Gewerkschaft ist. Ich sage aber genauso deutlich, dass solche Extratouren die Bahnbelegschaft spalten können, auf jeden Fall Unfrieden im Betrieb und unter den Gewerkschaften auslösen.

Ob Lokführer innerhalb der Entgeltstruktur der Bahn AG angemessen bezahlt werden oder nicht, ist schwer zu beantworten. Das müssen die Tarifexperten bewerten, die dabei auch die Entlohnung anderer Bahnberufe beurteilen müssen. Deshalb ist es vernünftig, dass die Bahn und die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA die gesamte Besoldungsstruktur einer kritischen Analyse unterziehen wollen, um sie zu reformieren. In diesem Zusammenhang könnten und sollten dann auch alle berechtigten Forderungen der Lokführer und anderer Bahnberufe berücksichtigt werden. Daran sollte die GDL mitarbeiten und sich nicht verweigern.

Der GDL muss klar sein: Nur gemeinsam können die Bahngewerkschaften auf Dauer erfolgreich sein. Wer den einheitlichen Bahntarif aufbrechen will, spielt Arbeitnehmer gegeneinander aus und stärkt damit langfristig die Position des Arbeitgebers. Verlieren werden dadurch die GDL, vor allem aber die Bahnmitarbeiter. Deshalb kann es nur einen Kurs der tarifpolitischen Vernunft für die Lokführergewerkschaft geben: Zurück in die Tarifgemeinschaft aller Bahngewerkschaften.

Das Ausscheren der GDL ist auch deshalb unverständlich, weil die Bahngewerkschaft GDBA, die ebenfalls im Deutschen Beamtenbund organisiert ist, den Tarifvertrag mit ausgehandelt hat, den die Schwestergewerkschaft GDL jetzt nicht akzeptieren will. Deshalb appelliere ich an Beamtenbundchef Peter Heesen, für Ordnung in der eigenen Dachorganisation zu sorgen, um eine für alle Bahnmitarbeiter verträgliche Lösung zu erreichen.

Ihr

— Michael Sommer, Bundesvorsitzender

des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)

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