Leserbriefe : Was bei der Rente sicher ist

„Bundesbank für Rente ab 69 – und alle laufen Sturm“ vom 22. Juli

Auf der einen Seite ist die Aufregung über die Aussagen der Bundesbank verständlich, andererseits hat diese, im Rahmen ihrer Aufgaben, nur hochgerechnet, was nach heutigem Wissen und Gesetzesstand 2060 passieren könnte. Auch wenn die Regierung nun sagt, dass das so nicht sicher vorhersehbar ist, spekulativ sei, so enthebt das weder sie, noch die im Parlament vertretenen Parteien von der Pflicht, sich mit der Rentenproblematik ernsthaft und sachlich auseinanderzusetzen. Letztlich wird sich zeigen, dass die Frage einer Alterssicherung ohne Paradigmenwechsel nicht lösbar ist: Die Rente, wie wir sie heute haben und kennen, ist in ihren Grundzügen circa 100 Jahre alt, und ging damals (und geht eigentlich auch noch heute, das führt immer wieder zu Beinahekatastrophen) davon aus, dass einer Vielzahl von –arbeitenden – Beitragszahlern wenige, nicht unbedingt noch lange lebende Rentner gegenüberstehen.

Bei Einführung der staatlich garantierten Rente durch Bismarck begannen fast alle ihr Erwerbsleben mit 14 bis 15 Jahren und erhielten Rente mit 65. Heute liegt der Beginn meist drei bis vier Jahre später, Rentenbeginn mit 65 ist fast schon die Ausnahme. Damit ist für mich wahrscheinlich, dass 2030 (ab da wäre ja 67 die Regel) das Eintrittsalter weiter angehoben wird.

Georg v. Boroviczény,

Berlin Zehlendorf

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