Leserbriefe : Was für ein Sommer

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„Klinsi, mach dein Ding“ vom 13. Juli 2006

Klinsi macht einfach alles richtig. Während die halbe Nation sich schon wieder in alten Verhaltensmustern übt und den Rücktritt Klinsis verurteilt, hat die andere Hälfte hoffentlich seine Botschaft begriffen: Es ist nicht die Person, sondern die Vision, die Wunder möglich macht. Diese Vision hat Jürgen Klinsmann gegen alle anfänglichen Widerstände gelebt und uns allen einen Funken davon eingepflanzt. Nun sind gefragt, diese Begeisterung weiterzutragen und vor allem seinem Nachfolger Joachim Löw die gleiche Chance und Unterstützung zu geben. Wer jetzt fragt, ob er der geeignete Bundestrainer nach Jürgen Klinsmann sei, hat nichts begriffen.

Sabrina Gohlisch, Berlin-Steglitz

Eine erwartete Entscheidung von Klinsmann, denn wer in seinem selbst gewählten Beruf nur zwei Jahre durchhält, dem fehlt – auch wenn das viele heute anders sehen – einfach der allerletzte Biss, eben doch das ganz große Ziel WM-Titel zu erreichen. Familie hin oder her – die haben wir doch alle als mitbestimmenden Lebensfaktor. Eine Revolution fand eben nicht statt mit Motivationskünstler Klinsi, obgleich er mit neuen Ideen, viel Einsatz und unbändigem Willen sehr Respektables erreicht hat mit einer letztlich doch nur guten durchschnittlichen Mannschaft. Diese neue Fußballbegeisterung wird dem Land und dem teilweise noch jungen Team erhalten bleiben. Lasst die Kirche im Dorf und Klinsmann in Kalifornien. Das hat nichts mit Anti- Klinsmann-Stimmung zu tun, sondern mit Realismus. Was der deutsche Fußball jetzt benötigt ist Kontinuität und nicht alle zwei Jahre einen neuen Bundestrainer! Dies ist der wahre Grund dafür, dass Herberger, Schön und Beckenbauer am Ende eben doch diesen entscheidenden Tick erfolgreicher waren. Und daher gilt: Gut, dass der Trainer der Herzmeister rasch den Weg dafür frei machte. Danke Klinsi, Glück auf Jogi Löw.

Lothar G. Kopp, Berlin-Mariendorf

Danke Klinsmann, für den Ruck der jetzt durch unser Land geht und den der damalige Bundespräsident Roman Herzog in seiner „Berliner Rede“ schon 1997 gefordert und den der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl Anfang der achtziger Jahre als eine „geistig-moralische Wende“ angekündigt hat. Um Deutschland aus seiner politischen Erstarrung herauszuführen, bedarf es noch vieler Klinsmänner mit Sachverstand und Mut zu Neuerungen. Danke Jürgen

Bernd Hack, Berlin-Charlottenburg

„Zu Gast, zu Hause“ vom 9. Juli 2006

War das ein Sommer! Aber er ist noch nicht vorbei! Mit meiner Familie haben wir das Motto der WM umgesetzt. Fast jedes Wochenende hatten wir Freunde zu Gast; wir versuchen dies auch weiter so zu handhaben. Denn: Berlin zu zeigen, macht unheimlich viel Spaß! Dabei entdeckt man Berlin immer wieder neu und ist begeistert, was Berlin alles zu bieten hat. Wir sind richtig stolz auf Berlin.

Alexandra und Philipp Stampfer,

Berlin-Gesundbrunnen

Was mir nach der WM noch fehlt, außer Spiele, etc? Na, 11 Freunde täglich! Vielen Dank dafür.

Sebastian Dramburg,

Berlin-Wilmersdorf

WM der Zeitungsmacher! Eine Anregung: Erklären Sie doch mal den Lesern, wie Sie es schaffen, Ereignisse kurz vor Mitternacht mit Bild und Text dem Abonnenten auf den Frühstückstisch zu servieren. Ich finde, die redaktionelle und technische Leistung in den zurückliegenden vier Wochen war hervorragend. Dank und Anerkennung!

Horst Meyer, Berlin-Lichterfelde

Lieber Herr Meyer,

herzlichen Dank für Ihre Anregung. Es ist keine Kunst, so spät alle Ereignisse des Abends in die Morgenzeitung zu bekommen, aber doch ein gewisser logistischer Aufwand. In den Stadien arbeiteten die Reporter mit dem Laptop, ihre Artikel mussten mit Schlusspfiff der Spiele fertig sein. Währenddessen wurden in der Redaktion schon die Fotos und Überschriften bearbeitet. Wenn es Verlängerung oder gar Elfmeterschießen gab, reizten die Techniker alle Möglichkeiten aus, um den Andruck der Zeitung noch hinauszuzögern. Nur mit dieser Gemeinschaftsarbeit war es möglich, dass alle unsere Leser in Berlin am Morgen nach dem WM-Finale sehen konnten, wie die Italiener den Pokal in die Höhe reckten und wie Zinedine Zidane seine Karriere mit einem Ausraster beendete.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Ide

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