Leserbriefe : Was ist daran solidarisch?

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Betrifft: „Kasse darf Patienten nicht belohnen“ vom 10. Dezember 2002

Was soll dieser ständige Hinweis auf Solidarität? Ist es denn solidarisch, dass die Beamten und Regierungsmitglieder nicht in die Krankensysteme und Rentenkassen einzahlen? Ist es denn solidarisch, wenn man oberhalb der Bemessungsgrundlage liegt, sich seine Versicherung selbst aussuchen kann? Ist es solidarisch, dass der eine durch gesundheitsbewusstes Verhalten diese Einrichtungen weniger belastet, während der andere durch Unvernunft diese Systeme strapaziert und damit zusätzliche Kosten verursacht, die er hätte vermeiden können?

Weshalb ist es nicht möglich, alle Güter, die ein gesundheitliches Risiko beinhalten, wie Suchtmittel und bestimmte Sportgeräte, beim Kauf mit einem Risikobeitrag zu belasten? Beim Kraftstoff hat man doch nun auch diese Umweltabgabe eingeführt und bei Rundfunk und Fernsehen muss man ebenfalls eine Abgabe an die öffentlichrechtlichen Anstalten entrichten.

Hier ist eine Krankenkasse bemüht, durch Eigenverantwortung des Patienten etwas zu versuchen und schon schreien die dagegen, die sich selbst aus diesem System ausgrenzen. Sowohl im Krankenversicherungs- als auch im Rentensystem müsste grundlegend etwas zum Wohle aller verändert werden. Grundsätzlich müsste jeder in die Systeme einzahlen, ob Manager, Beamter oder Parlamentarier, und wenn man etwas mehr möchte, stehen einem die freiwilligen Einrichtungen darüber hinaus zur Verfügung.

Ralf Sablotzki, Berlin

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